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Starbucks zeigt, wie das Innovationsmanagement von morgen funktioniert | Übergeben Sie die Abteilung “Vorschlagswesen” an Ihre Kunden!

Donnerstag, 14. April 2011

von Axel Gloger

Viele Unternehmen haben noch nicht verstanden, was es mit Web 2.0 auf sich hat. Sie sehen die HP offenbar immer noch als Abladestelle für digitalisierte Firmenprospekte. Aber wie sollen diese Unternehmen den Nutzern/Kunden/Interessenten die Hand reichen? Gar nicht. Eine verschenkte Chance. Eine große.

Die Alternative ist schon zu besichtigen.

Starbucks, die Kaffeebar-Kette, hat die Abteilung “Betriebliches Verbesserungswesen” komplett an die Kunden übereignet. Sollen die sich doch den Kopf darüber machen, wie man Starbucks verbessern kann.

Gehen Sie mal auf mystarbucksidea.com und fühlen die Energie dort. Auf dieser Seite können

  • Kunden Verbesserungsvorschläge einsenden,
  • die Vorschläge von Dritten diskutieren,
  • über ihren Wert oder Unwert abstimmen –
  • und sich anschauen, was das Unternehmen aus den Kunden-Vorschlängen gemacht hat.

Es ist enorm. Jeder Innovationsmanager sollte neidisch werden. Ein Instrument mit einer derartigen Power! Hier werden, fein segmentiert nach den einzelnen Funktionsbereichen von Starbucks, jeden Tag Dutzende von Vorschlägen eingeschickt.

Warum Sie auch überlegen sollten, das einzuführen:

  1. Die Rückmeldungen der Kunden sind von einer immensen Qualtität.
  2. Die Kunden sehen viel, was Sie aus Unternehmer-Perspektive gar nicht wahrnehmen.
  3. Die Kunden ignorieren die ganzen “Das geht nicht” und “Das haben wir noch nie so gemacht”. So kommen Sie auf Ideen, die die internen Scheuklappen nie auch nur oberflächlich in Betracht gezogen hätten.
  4. Das Beste: Die Ideen aus dem Web-Portal sind, anders als Ihre hochbezahlten Innovationsleute, kostenlos. Gratis. Umsonst. Es kostet nichts. Die Kunden sind so engagiert, dass sie einfach so die Beiträge einsenden.

Nicht in jedem Unternehmen wird es genau so umsetzbar sein wie bei Starbucks. Aber selbst ein Unternehmen im Hardcore-B2B-Geschäft, das von 12 Großaufträgen im Jahr lebt, kann davon lernen:

  • Fühler nach draußen ausstrecken!
  • Keine Angst vor Einblick!
  • Keine Angst vor Offenheit!

Vertrauen in die, die das Public Interface Ihrer Firma am besten kennen – die Kunden.

Es ist Zeit, damit anzufangen. Das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Viel von der kreativen Energie entsteht heute nicht nur online, sie wird auch online verteilt!