Archiv für die Kategorie ‘Innovatives’

DLD15 | Uber-CEO hat neuerdings Kreide gefressen | Travis Kalanick will das Muster ein Mensch-ein Auto durchbrechen

Sonntag, 18. Januar 2015

von Axel Gloger

2x eindrucksvoll. Heute versucht der Uber-CEO Kalanick eine Charme-Offensive.

Er will den europäischen Markt knacken, also muss er freundlich zu den Europäern sein. Den Anfang macht seine flammende Rede: Uber befreit den Taxi-Kunden aus der regulierten Welt. Letztes Jahr hatte er es an gleicher Stelle, der DLD Conference,  mit Angriffs-Rhetorik versucht. Das kam bei den Europäern nicht so gut an.

Deshalb die Wende, der Köder muss dem Fisch schmecken.

Seine Botschaft: Die Taxi-Branche verhindert Kunden-Nutzen mit absurden Regulierungen. Indiz: Nach dem Markteintritt von Uber in San Francisco, dem Ort der Gründung des Unternehmens, hat sich der Taximarkt mehr als vervierfacht. Vor Uber 120 Mio. Dollar, nach Uber 500 Mio. Dollar plus das traditionelle Taxi-Geschäft.

Die Gründer-Legende von Uber:

Das Unternehmenskonzept entstand auf einer Art Bierdeckel, wie der CEo verlauten lässt. Er und sein Compagnon saßen in einem Café in Paris. Taxis seien dort schwer zu bekommen gewesen, wie immer. Was die beiden sich wünschen: Ein Taxi bestellen per Knopfdruck. Bequem, schnell, kein Warten, keine mühsame Kummunikation, um das Auto zu bestellen.

So wurde wenig später in San Francisco Uber gegründet – Juni 2010.

Kalanicks Auftritt bei DLD15 zeigte die bewährte Regeln der digitalen Ökonomie: Wenn es digitalisierbar ist, wird es digitalisiert. Außenseiter, eigentlich Amateure aus der Sicht der betroffenen, angegriffenen Branchen, können ein etabliertes Geschäft unter erheblichen Erneuerungsdruck setzen.

Die Annalen der Taxi-Branche werden dereinst in zwei Phasen eingeteilt: die Zeit, bis Uber kam. Und die Zeit, seit es Uber gibt.

Taxis werden nicht verschwinden. Aber für die Kunden ist das Auftauchen des Angreifers eine gute Nachricht. Es gibt mehr Wahlfreiheit und mehr Angebot. Uber wll dieses Jahr allein in Europa einige 100.000 Arbeitsplätze schaffen.

Tags: #dld15, Digital Life Design, DLD Conference

DLD15 | “It is only the Beginning” | Aufbruch, die großen, digitalen Veränderungen kommen erst noch

Sonntag, 18. Januar 2015

von Axel Gloger

“It is only the beginning”, es ist erst der Anfang. So das Motto der diesjährigen DLD-Conference. Drei Tage in München. Alles, was wir in der digitalen Welt bislang gesehen haben, sei nicht mehr als ein Vorspiel gewesen, so Steffi Czerny von Burda, Organisatorin der Konferenz. Die Revolution startet jetzt, die großen Veränderungen kommen also erst noch.

Digitalisierung ist schon wie Strom. Gehört zu unserem Leben. Das Internet hat auch seine letzte Ecke erreicht – und wird seine prägende Kraft entfalten.

Für Unternehmer bedeutet das: Phansen der Komfortzone werden weniger. Wir müssen das Neue umarmen, bevor wir vollständig vereinnahmt werden. Chancen sind größer als die Risiken für die, die agil bleiben. Das heißt: Phasen rascher Veränderungen meistern, ihre positive Energie nutzen. Künftig öfter im “war mode” als im “peace mode”, wie Venture Kapitalist Ben Horowitz uns bei der Konferenz wissen ließ.

Timotheus Höttges, CEO der Telekom, ging bei der DLD-Konferenz direkt in den “war mode”, er zeigte sich angriffslustig gegenüber dem derzeitigen Status der Regulierung.

Die Telekom sei anders als Google, Amazon und Facebook, weil nur ihr Geschäft der Regulierung unterworfen sei: Pflichtangebote, keine Big-Data-Nutzung durch Toll Collect (“Wir müssen die Daten ungenutzt wegwerfen, weil des Datenschutzgesetze gibt”), Investitionen in Infrastruktur.

“Wenn ich könnte, würde ich Kommunikation verschenken”, sagte der Telekom-CEO mit Blick auf die Digitalgiganten aus den USA, die genau das tun. Sie verschenken Kommunikation, lassen die Nutzer mit ihren Daten bezahlen, mit denen Google, Amazon, Facebook, Whatsapp Milliardengeschäfte aufsetzen.

Höttges baute eine delikaten Gegensatz auf:

Hier die regulierte Telekom, dort die unregulierten US Internet Giganten.

Subtext: Die sollen sich der Regulierung unterwerfen, die auch für die Telekom gilt. Ed Vaizey, Minister für Digitales der britischen Regierung, opponiert: Wenn die US-Anbieter nicht reguliert sind, der deutsche Heimspieler aber reguliert, dann müsse auch dieser reguliert werden.

Die Politik ist offenbar gefordert. Aber die Botschaften der Unternehmer wollen nicht recht ankommen.

Ilse Aigner, jetzt Wirtschaftsministerin Bayern, wirkte genauso spröde und uninspiriert wie ihre Kollegin, die Digitalministerin im Kabinett der franzöischen Regierung, Axelle Lemaire. “Dieses Internet ist Neuland”, mal wieder. Die Unternehmer hingegen sind dort schon längst angekommen, wie die DLD15-Konferenz nachwies.’

Tags: #dld15, Digital Divide, DLD Conference

Business-Konferenzen | Wie sich die Welt für Management-Circle, Euroforum und TED verändert | Trends auf dem Konferenzmarkt

Donnerstag, 02. Januar 2014

Von Axel Gloger

Jede Konferenz hat ihren beklemmenden Moment.

Der Vortrag ist gelaufen, der Moderator sagt: „Jetzt bitte die Fragen aus dem Publikum“ und es folgt: Stille, nichts als peinliche Stille. Kein Arm geht hoch, keine Wortmeldung kommt. Niemand will der erste sein.

Eine typische Situation, auf vielen Konferenzen immer wieder beobachtbar.

Aber jetzt gibt es digitale Abhilfe. Eine neue App verspricht, dass diese Horror-Sekunden künftig nicht mehr vorkommen, das Gespräch zwischen Referenten und Publikum sofort beginnen kann.

Das Vorgehen ist denkbar einfach.

Es ist die digitale Version des „Teilnehmer schreiben Fragen auf Zettel und geben sie dem Moderator“. Wer eine Frage hat, holt sein iPhone raus, gibt den Text bei AskMore ein, diese App sammelt die Fragen und spielt sie dem Referenten auf den Bildschirm. Der sieht, was die Leute wissen wollen – und kann das Gespräch mit dem Publikum anfangen.

„Ich finde das gut. Es bringt sofort Dynamik in eine Veranstaltung“, sagt Oliver Panne, einer der beiden Geschäftsführer von SWOP, einer Kongressagentur.

Mit solchen Statements ist er nicht allein.

Seine ganze Branche umarmt die Innovation, sucht das Neue. Denn Konferenzen und Kongresse, dieses Geschäft befindet sich im Umbruch. Veranstalter wie Panne testen neue Formate.

Sie suchen nach Wegen, die Vorteile von persönlichen Zusammenkünften stärker heraus zu arbeiten – und sich von der jeden Tag drohenden Konkurrenz aus dem Internet abzusetzen, wo Onlineklubs und Debattiergruppen das Networkingerlebnis ohne die Last des Reisens versprechen.

Eine zentrale Herausforderung für jeden Anbieter von Konferenzanlässen ist die Langeweilefalle. Sie nagt viel stärker als früher an den Erfolgschancen von Business-Zusammenkünften.

Denn ein ungelungener Anlass wird von den Teilnehmern sofort abgestraft. Sobald ein Beitrag auf der Bühne abläuft, der die Erwartungen des Publikums nicht bedient, spielt sich weltweit immer dasselbe Verhalten ab:

Businessleute greifen in die Tasche, schalten das Smartphone ein, oder sie klappen iPad oder Notebook auf – und wenden sich Maileingang und Facebook-Account zu. Wenn das andauert, verlassen sie den Raum, fangen an, Telefonate zu erledigen.

So verändert Augmented Reality den Alltag in Ihrer Firma | Die wichtigsten AR-Trends

Montag, 04. April 2011

von Axel Gloger

Mit Augmented Realtiy (AR) wachsen reale und digitale Welt  zusammen.

„Jedes beliebige Bild, das wir jetzt in diesem Moment sehen, wird mit Informationen und Bildern angereichert“, erklärt Marteen Lens-Fitzgerald, Mitgründer des Internet-Dienstleisters Layar, die Funktionsweise.

Die Anwendung ist denkbar einfach:

Der Nutzer schaltet die Kamera seines Smartphone ein, richtet das Gerät auf die ihn interessierende Straße, Person oder Szenerie – und im selben Moment werden alle verfügbaren Informationen zu dem eingeblendet, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Auch im Firmenalltag werden die heute bereits nutzbaren AR-Anwendungen Einzug halten:

> Kommunikation: „Wer ist der Neue am Konferenztisch hinten rechts?“, diese Frage beantwortet in Zukuft das iPhone. Das rasch geschossene Bild verknüpft es mit Informationen von Xing, Facebook, StudiVZ, Twitter und Google zu einem vollständigen Profil.

> Training: Der Ausbilder muss dem neuen Techniker nicht mehr die Hand führen. Die Lektion, wie die neue Maschine gewartet wird, läuft in Echtzeit auf dem Bildschirm des Smartphone ab, sobald dessen Kamera das Innenleben der Maschine sieht. „Da schrauben, dann dort das Austauschteil einstecken, dann das Testgerät anschließen“, so lauten die Anweisungen vom Bildschirm, der dem Techniker die Hand führt.

> Marketing, Innovation, Konstruktion: AR erzeugt Bilder, die den Zustand alt mit dem geplanten anreichern. So lassen sich etwa Werbung am Einsatzort, das neu konzipierte Fabriklayout oder das Gehäuse der neuen Maschine in Echtbildern zeigen.

Die Führungskraft darf diese Entwicklung nicht als „neue Technik“ abtun, die nichts mit dem Management-Alltag zu tun hat. „Mitarbeiter, besonders jüngere Nachwuchsleute, haben all diese Tools schon drauf“, sagt Don Tapscott, der Vordenker der digitalen Welt. „Sie wollen das, was sie können, auch einsetzen – und nicht in irgendein Büro gesetzt werden, das noch nicht einmal einen Breitbandzugang ins Netz hat.“