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Betriebswirtschaftsleere | Handelszeitung: “Wegen dieser Mängel ist die BWL ein Sanierungsfall”

Montag, 16. Oktober 2017
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Die “Handelszeitung” greift das Thema “Betriebswirtschaftsleere” in einem großen Artikel auf. Auszüge aus des Beitrages, der im führenden Wirtschaftsblatt der Schweiz erschien:
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“Debatte: BWL gehört zu den beliebtesten Studienfächern. Das Curriculum des Studiums muss sich aber dringend reformieren. Eine Mängelliste.”

“Seit ein paar Wochen sind die Hör­saalbänke wieder besetzt, das Herbst­semester hat begonnen. Zu den ­meiststudierten Fächern gehört die ­Betriebswirtschaftslehre, genauer: Sie rangiert unter den Top drei, nach Jura, aber vor Psychologie. Das Fach ist eine Erfolgsgeschichte: Waren vor 20 Jahren gerade einmal 4500 Stu­denten an den Universitäten des Landes eingeschrieben, sind es heute 13 000 BWL-Studenten.”

“Das Fach zieht Jahr für Jahr so viele Studien­neulinge an wie kaum ein anderes. Ein Indiz ­dafür: Insgesamt stieg die Zahl der Studenten hierzulande seit Beginn des BWL-Booms gerade einmal um die Hälfte – die Belegung des Top-Faches hingegen schwoll auf das Dreifache an.”

“Aber jetzt regt sich Kritik an dem, was dort ­gelehrt wird. Betriebswirtschaftslehre sei praxisfern, heisst es, und sie bilde nicht das ab, was die speziell in der Schweiz so dicht vertretenen wie international erfolgreichen KMU an Führungswissen brauchen. «Die BWL hat an Relevanz ­verloren», kritisiert etwa Katja Unkel, Unternehmensberaterin in St. Gallen.”

“Ganz ähnlich tönt das von Rolf Dobelli. Er habe sich während eines BWL-Studiums an der HSG vier Jahre gelangweilt, verkündete der Unternehmer in einem TV-Interview. «Mein grösster Denkfehler, einer der ganz grossen. Das Studium wäre wirklich nicht nötig gewesen. Das war der grösste Handlungsfehler meines Lebens.» Warum genau die BWL kritisiert wird, zeigt ein Blick auf die Mängelliste.”

Lesen Sie weiter: Volltext in der “Handelszeitung”.

Mailkontakt Axel Gloger, Autor “Betriebwirtschaftsleere. Wem nützt  BWL noch?”

Betriebswirtschaftsleere | F.A.Z.: “Wöhe” unter Beschuss | Streit um BWL-Bücher

Montag, 16. Oktober 2017

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete dem Buch “Betriebswirtschaftsleere” eine große Rezension, Autor ist der geschätzte Kollege Georg Giersberg. Hier ein kurzer Auszug, Volltext-Version auf der Seite der F.A.Z.

“Dass die meisten BWL-Studenten hierzulande das Fach nur der Karriere wegen wählen, kann man auch positiv sehen: Das Fach legt eine breite Basis. Doch nun gibt es einen heftigen Streit über das Standardwerk, das im Studium häufig genutzt wird.”

“Man kann ein wenig fremden Glanz auf sich lenken, wenn man an einem Denkmal kratzt. Das hoffte wohl auch der Autor Axel Gloger, als er beschloss, sich in seinem jüngsten Buch „Betriebswirtschaftsleere. Wem nützt BWL noch?“ (Frankfurter Allgemeine Buch, Verlag Neue Zürcher Zeitung, Frankfurt, Zürich 2016, 200 Seiten, 19,90 Euro) an „dem Wöhe“ abzuarbeiten.”

“Er hat das Glück genutzt, dass in diesem Herbst zeitgleich zu seinem Buch auch der Klassiker des Faches, Günter Wöhe und Ulrich Dörings „Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“ (Verlag Franz Vahlen, 990 Seiten, 32,50 Euro) erscheint, in seiner 26. Auflage. Der Wöhe ist nicht die einzige Einführung, die zum wiederholten Male versucht, einen Überblick über das gesicherte Wissen der BWL zu geben.”

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“Effizienz und Gewinn sind ganz zentrale Begriffe des Wöhe-Modells der Betriebswirtschaft. Genau das macht Axel Gloger den Wöhe-Anhängern zum Vorwurf. Gloger verdammt darüber hinaus die gesamte Betriebswirtschaftslehre, wie sie derzeit gelehrt wird, in Grund und Boden. Die alleinige Gewinnorientierung wirke in der Realität wie ein Brandbeschleuniger der menschlichen Gier, die BWL-isierung des gesamten Managements führe zu unmenschlichen Zuständen.

Es werde nur noch Erfolgskennziffern hinterhergelaufen. Die BWL orientiere sich an einigen börsennotierten Großunternehmen, selbständige Unternehmer kämen in der BWL gar nicht vor – im Gegensatz zur Praxis. Die heute an den Hochschulen gelehrte BWL sei eine von Menschen losgelöste abstrakte Wissenschaft, deren Studium sich vor allem im Auswendiglernen von Strichaufzählungen ergehe.”

Weiterlesen in der FAZ hier.

Mailkontakt Axel Gloger, Autor “Betriebwirtschaftsleere. Wem nützt  BWL noch?”

BDU: Trends Beratungsmarkt 2015-2016 | Wachstum ohne Ende | Was sich für Beratungskunden ändert

Mittwoch, 24. Februar 2016

von Axel Gloger

Heute wurde vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) die jährliche Trendstudie vom Beratungsmarkt vorgestellt. Die Consultingbranche befand sich auch im Jahr 2015 weiter im Aufwind, das Wachstum des Beratungsmarktes soll im Jahr 2016 weiter gehen.

In Zahlen:

Um  7,0 Prozent wuchs der Umsatz der Unternehmensberater im Jahr 2015 – auf 27 Mrd. Euro. Damit hat sich die Beratungsbranche nach Umsatz seit dem Jahr 2006 fast verdoppelt (alle Zahlen: BDU-Marktstudie “Facts & Figures”).

Auch für das Jahr 2016 wird sich das Thema “Der Consultingsmarkt wächst und wächst” fortsetzen. “Die Zuversicht bleibt erhalten”, sagt Hans-Werner Wurzel, Präsident des BDU.

Was gibt es Neues für die Kunden von Unternehmensberatern? Was bedeuten diese Entwicklungen für Käufer von Beratungsleistungen?

Dazu diese drei Punkte aus Kundensicht:

1. Schnellen Marktüberblick bekommen, Shortlists von geeigneten Beratern bekommen. Viele Dienstleistungen lassen sich heute bereits über Internet-Portale einkaufen. Diese stellen Preis- und Anbietertransparenz her. Auch für Unternehmensberater-Leistungen etablieren sich diese Portale.

Sie sind besonders dann geeignet, wenn sich ein Kunde, der mit dem Einsatz von Beratern relativ wenig vertraut ist, einen Überblick darüber verschaffen will. Wer bietet was? Wer kann was? Wer ist überhaupt zum Thema am Markt?, Fragen dieses Typs lassen sich über die Beraterportale relativ schnell klären.

2. Hochwertige Wissensarbeit einkaufen, ohne sich an deren Fixkosten zu binden. Typische Situation in vielen Unternehmen: Die Personaldecke ist dünn. Bei Zusatzaufgaben, Projekten, Wachstumsvorhaben müsste man eigentlich neue Mitarbeiter einstellen. Dagegen spricht die Last der Fixkosten (was tun mit den Mitarbeitern, wenn das Projekt zu Ende ist) und die zunehmende Komplexität in der Führung.

Als Alternative wird von vielen Unternehmen die Unternehmensberatung genutzt: Auftrag erteilen, Projektteam arbeiten lassen, sobald die Aufgabe erledigt ist: Ende der Veranstaltung. Keine weiteren Kosten.

Diese Praxis erinnert an Zeitarbeit für gewerbliche Berufe.

Über den Auftrag an Unternehmenberatungen ist ein ähnliches Format realisierbar – Expertise und Umsetzungskompetenz können kurzfristig zugeschltet werden, ganz gleich ob Einzelpersonen oder ganze Beraterteams an Bord kommen. Kosten entstehen nur, solange das Projekt andauert.

3. Den Berater mit ins Risiko nehmen. Häufig geht es in Beratungsprojekten um den Aufbau neuer Geschäfte, neuer Geschäftsmodelle oder um Wachstumsprojekte.

In der alten Welt trug hierfür das auftraggebende Unternehmen allein das Risiko. Der Berater wurde nach den üblichen Sätzen zum Festpreis oder nach Stundensätzen bezahlt und konnte sich aus dem Projekt ohne die Last eines Risikos verabschieden.

Das ist heute anders: Viele Beraterkunden rechnen ihren Consultant nach dem Pay-as-you-Grow-Modell ab. Die Praxis funktioniert so:

“Man fängt mit einem geringen Einstiegspreis an”, beschreibt BDU-Präsident Hans-Werner Wurzel den neuen Abrechnungsmodus, “und wenn es dann gut läuft, teilt man sich den Erfolg.” Auf diese Weise tragen Kunde und Berater das Risiko für den Ausgang des Projektes gemeinsam.

3D-Druck | 1x erlebt = Chancen verstanden | Einladung zum Workshop | 17.11.15 in Berlin

Dienstag, 29. September 2015

Von Axel Gloger

Hatten Sie schon einmal ein Werkstück in der Hand, das aus dem 3D-Drucker kam? Ich nutzte kürzlich in Berlin die Gelegenheit.

Der Inhaber eines 3D-Betriebes zeigte mir, was schon heute geht: Ersatzteile für Maschinen, Demos für den Vertrieb, Architekturmodelle, Modeschmuck, ein filigranes Modell des Eiffelturms, Zahnräder, Figuren, dreidimensionale Firmenlogos.

Beeindruckend!

3D-Druck als Zukunftsthema zeigt, wie wichtig persönlicher Augenschein ist. Durch das direkte Erleben lässt sich sofort verstehen, was durch ein paar Mausklicks am Schreibtisch nie möglich gewesen wäre.

Ich darf Sie einladen, dieses Erlebnis mit mir zu teilen:

Am 17. November führen wir einen Exklusiv-Workshop durch, in der Internet-Metropole Berlin, direkt in einem 3D-Druckbetrieb, wo Sie Chancen und Möglichkeiten eins zu eins erleben können. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind.

Information und Anmeldung hier. Ich würde mich freuen, Sie in Berlin zu sehen!

Mit dem Trendscanner unterwegs | Neuer Workshop am 17.11.2015 | 3D-Druck in der Internet-Metropole Berlin

Dienstag, 29. September 2015

Von Axel Gloger

3D-Druck wird viele Branchen prägen. Er bringt Chancen für Geschäftsmodelle, macht Entwicklungsaufgaben einfacher, schneller und kostengünstiger, bringt Innovationen in Vertrieb, Marketing und Fertigung.

Wie angekündigt veranstaltet der Trendscanner den „Workshop 3D-Druck“ für Unternehmer, die Chancen der neuen Technologie erschließen und Risiken rechtzeitig erkennen wollen.

Das Angebot: unser Kompakt-Workshop.

Wir vermitteln in verständlicher und kurzer Form die Basics des 3D-Drucks: Hardware, Software, Materialien, zeigen Fallbeispiele erfolgreicher kommerzieller Nutzung, zeigen 3D-Design und 3D-Druck in einer Live-Demonstration an der Maschine für jeden Teilnehmer, geben Einblick in Kosten und Kalkulationsgrundlagen.

Wichtig zu wissen:

3D-Druck ist eine neue Querschnitts-Technologie. Sie wird z. B. der Entwicklung von Prototypen, dem Bau von Ersatzteilen, vielen Spezial-Anwendungen und Fertigungsprozessen (in Handwerk und Industrie) neue Chancen eröffnen. Überdies gibt es zahlreiche Fälle erfolgreicher kommerzieller Nutzung auch in Marketing und Vertrieb.

Außerdem bleiben für in Ihrem Interesse nüchtern am Thema. Wir wollen Sie nicht in einen Hype locken – sondern mit Blick auf das heute schon Mögliche heraus arbeiten, was machbar ist und was nicht.

Denn 3D-Druck hat auch einige Irrwege und Sackgassen, von denen heute schon klar ist: da gibt es keine Perspektive. Auch das werden wir Ihnen offen legen – damit Sie eine sichere Entscheidungsgrundlage haben, wo Sie in Zukunft die Chancen von 3D-Druck für Ihr Geschäft erschließen können.

Dieser Workshop richtet sich ausschließlich an Teilnehmer aus der Unternehmenspraxis. Besonderheit:

Sie können alle Inhalte direkt 1:1 nachvollziehen. Wir sind den ganzen Tag in einem 3D-Druck-Betrieb und haben Gelegenheit, alle Themen mit direktem Blick auf die Anwendung zu klären. Die Druckmaschinen für den 3D-Druck sind für uns zugänglich.

Raum für Ihre Fragen ist gegeben, wir führen den Workshop für max. 10 Teilnehmer durch.

Ihre Experten:

  • Frank Buschenhagen, Geschäftsführer Blueprint 3D,
  • Axel Gloger, Chairman Trend Intelligence,
  • Ramon Kormann, 3D-Designer und Entwickler.

Informationen für Teilnehmer:

  • Kompaktes Format
  • Workshop ganztags direkt in einem 3D-Betrieb,
  • 17.11.2015 in Berlin-Wilmersdorf,
  • 10 bis 16.30 Uhr.
  • Ihre Investition: 565 Euro, für Trendscanner-Abonnenten Sonderpreis 399 Euro (jeweils zzgl. MWSt),

Buchung bitte per E-Mail: axel.gloger@trendscanner.biz

Was der Preiswettbewerb am Beratungsmarkt für die Kunden bedeutet | Neuer BDU-Branchenüberblick

Dienstag, 24. Februar 2015

von Axel Gloger

Vor einiger Zeit sprach ich mit dem Chefeinkäufer für Beratungsleistungen. Tätig bei einem der großen Versicherungskonzerne.

Bei meiner Frage nach den Preisen für Beratungsleistungen sagte er mir: “20 Prozent Nachlass sind immer drin.” Seine Botschaft: Angebot von Unternehmensberatern sind verhandelbar.

Mit dem Wissen von heute können wir das aufrecht erhalten.

Zwar wächst der Beratermarkt, die Consultants freuen sich über die andauernde stürmische Expansion ihres Marktes. In Zahlen: Für dieses Jahr rechnet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) mit einem Marktplus von 7,4 Prozent. Besonders gut schneiden die mittelgroßen Beratungsgesellschaften ab.

Aber die Preise:

Offenbar lohnt es sich für Kunden, gut zu verhandeln. Aus Beratersicht sieht das so aus: “Es gibt einen ziemlich heftigen Wettebwerb”, so Hans-Werner Wurzel, Präsident des BDU, heute auf meine Frage.

Wenn Beraterleistungen als Commodity wahrgenommen würden, sei der Preis entscheidungsbildend beim Kunden. Unsere Schlussfolgerung: Bei wenig spezialisierten Projekten, die von vielen Consultingunternehmen angeboten werden, lohnt sich also die Verhandlung der Angebote.

Anders ist das offenbar nur, wenn ein Beratungsunternehmen eine Alleinstellung bei einem bestimmten Thema hat, etwa Pricing oder Markterschließung.

Aber mit dem Preisdruck kann die Branche recht gut leben. Das zeigt der Blick in die neuen Zahlen des BDU. Danach wird das Geschäft der Berater dieses Jahr bei 27 Mrd. Euro landen. Allein das Wachstum dieses Jahres (plus 1,8 Mrd. Euro) ist so groß, als würden 1x BCG und 1x Roland Berger neu hinzu kommen.

Das sind recht komfortable Verhältnisse.

Welche andere Branche kann schon auf ein derart rasches und andauerndes Wachstum zurück blicken? Nur im Jahr 2009, dem großen Finanzkrisenjahr, gab es einmal eine Atempause. Ansonsten kennt das Geschäft der Consultants nur eine Richtung: aufwärts.

DLD15 | Starke Kräfte für die Abschaffung des Bargeldes | Die Cashless Society ist auf dem Weg

Dienstag, 20. Januar 2015

von Axel Gloger

Diskussion mit Stakeholdern des Mobilfunkgeschäfts, dieses Mal aus den Emerging Markets. Nigeria und Indien sind die Prototypen.

Hoher Anteil von Menschen ohne Bankkonto und ohne Kreditkarte. Bargeldgetriebene Gesellschaften, hohe Transaktionskosten für die Abwicklung von Zahlungen.

Beispiel: Um die Rechnung seines Kabelnetzbetreibers zu bezahlen, muss mancher Nigerianer 3 Stunden im Dauerstau irgendwo hinfahren, nur um diese Transaktion zu tätigen.

Die Lage: hohes Interesse daran, hier mehr Effizienz herzustellen. Je mehr die Mobilfunkdurchdringung ständig steigt, wird es lukrativ, die Goldbörse und das Smartphone zu fusionieren.

Die Geldbörse soll überflüssig werden, es bleibt das Smartphone als Kontaktmittel in die digitale Welt – und als Bezahlsystem.

Pago ist eines der Bezahlsysteme via Mobilfunk. Es erobert derezeit den nigerianischem Markt und wird dann Afrika erobern.

Das Geschäftssystem tendiert zu einem natürlichen Monopol. Wie bei Google: Der erste und aggressivste Spieler bekommt den Gesamtmarkt.

Folge: In Afrika entsteht eines der Modelle für das Bezahlen der Zukunft. Es kommt von einer Nichtbank. Wenn es in Afrika funktioniert, wird es auch Prägekraft für andere Emerging Markets haben – und auch den etablierten Volkswirtschaften des Westens dabei helfen wird, aus der Bargeldwirtschaft heraus zu kommen.

Unsere Prognose: “Why cash is bad” wird zu einer akzeptierten These.

Einer der Gesprächspartner hier bei der DLD Conference stützte das wie folgt: 2-3 Prozent des BIP der EU-Länder gehen für das Handling des Bargeldes drauf. Diesen Kostenblock wollen die Internet-Innovatoren angreifen.

In dem Maße, wie diese Kosten verschwinden, werden freilich neue entstehen, die wir alle zu tragen haben: Wieder ein Stück Privatsphäre verloren, wieder ein Stück mehr Allmacht des Staates, wieder ein Stück Freiheit weg.

Tags: #DLD15, Digital Life Design, DLD Conference, Bargeld, Cashless Society

DLD15 | Uber-CEO hat neuerdings Kreide gefressen | Travis Kalanick will das Muster ein Mensch-ein Auto durchbrechen

Sonntag, 18. Januar 2015

von Axel Gloger

2x eindrucksvoll. Heute versucht der Uber-CEO Kalanick eine Charme-Offensive.

Er will den europäischen Markt knacken, also muss er freundlich zu den Europäern sein. Den Anfang macht seine flammende Rede: Uber befreit den Taxi-Kunden aus der regulierten Welt. Letztes Jahr hatte er es an gleicher Stelle, der DLD Conference,  mit Angriffs-Rhetorik versucht. Das kam bei den Europäern nicht so gut an.

Deshalb die Wende, der Köder muss dem Fisch schmecken.

Seine Botschaft: Die Taxi-Branche verhindert Kunden-Nutzen mit absurden Regulierungen. Indiz: Nach dem Markteintritt von Uber in San Francisco, dem Ort der Gründung des Unternehmens, hat sich der Taximarkt mehr als vervierfacht. Vor Uber 120 Mio. Dollar, nach Uber 500 Mio. Dollar plus das traditionelle Taxi-Geschäft.

Die Gründer-Legende von Uber:

Das Unternehmenskonzept entstand auf einer Art Bierdeckel, wie der CEo verlauten lässt. Er und sein Compagnon saßen in einem Café in Paris. Taxis seien dort schwer zu bekommen gewesen, wie immer. Was die beiden sich wünschen: Ein Taxi bestellen per Knopfdruck. Bequem, schnell, kein Warten, keine mühsame Kummunikation, um das Auto zu bestellen.

So wurde wenig später in San Francisco Uber gegründet – Juni 2010.

Kalanicks Auftritt bei DLD15 zeigte die bewährte Regeln der digitalen Ökonomie: Wenn es digitalisierbar ist, wird es digitalisiert. Außenseiter, eigentlich Amateure aus der Sicht der betroffenen, angegriffenen Branchen, können ein etabliertes Geschäft unter erheblichen Erneuerungsdruck setzen.

Die Annalen der Taxi-Branche werden dereinst in zwei Phasen eingeteilt: die Zeit, bis Uber kam. Und die Zeit, seit es Uber gibt.

Taxis werden nicht verschwinden. Aber für die Kunden ist das Auftauchen des Angreifers eine gute Nachricht. Es gibt mehr Wahlfreiheit und mehr Angebot. Uber wll dieses Jahr allein in Europa einige 100.000 Arbeitsplätze schaffen.

Tags: #dld15, Digital Life Design, DLD Conference

Q14 | Quartera-Agenda | Was jetzt zu tun ist | Save the Date für Q15

Donnerstag, 27. November 2014

von Axel Gloger

Am Ende des Kongresses fragte ich als Moderator und Chairman des Anlasses noch einmal ein paar Teilnehmer ab.

Spontanes Cold-Calling von der Bühne, eine echte Co-Kreation. Wir wurden reich gesegnet mit positiven Rückmeldungen. Das freut, in Quartera steckt viel Herzblut von allen, die mitgestaltet haben.

Die Fortsetzung ist schon angedacht: Q15 wird am 26./27. November 2015 sein, notieren Sie sich schon den Termin für den nächsten Quartera-Kongress.

Eine Besonderheit dürfen wir beibehalten – den tollen Ort.

Die Deutsche Bank stellt uns dankenwerter Weise wieder ihre Räumlichkeiten Unter den Linden in Berlin zur Verfügung, die Hauptstadtrepräsentanz des Hauses. Dank an Beate Hofmann, Mitglied der Geschäftsleitung, Deutsche Bank Berlin und die HR-Verantwortliche Daniela Wende.

Wollen wir nicht alle an einem Ort zusammen kommen, der uns bietet: Tageslicht, ästhetisch hochwertige Umgebung, viel Freiraum über dem Kopf für gute Gedanken, ein einmaliges Ambietente, keine auf Platzersparnis optimierten Tische und Stühle?

Das Gegenteil von dieser Dorint-Maritim-Konferenzraumkultur eben.

Die anderthalb Tage des Quartera-Kongresses verkörperten wieder einmal Aufbruch, Zukunft, Umbruch – das Signal an Hochschulen und Wissensgestalter in Unternehmen, dass Quartera der Ort ist, an dem die Zukunft der Schnittstelle Hochschule-Unternehmen geschaffen wird.

Aus den anderthalb Tagen ergab sich diese Quartera-Agenda, die ich den Teilnehmern als Kurz-Briefing mit auf den Weg zurück an ihren Wirkungsort gab:

  • Setzen Sie die Expedition fort. Der Umbruch fordert den pionierhaften Aufbruch. Wir werden Neues entdecken, in unwegsames Gelände geraten, scheitern, Irrwege gehen, uns anstrengen und mehr als einmal die Ärmel hockrempeln müssen, auf dem Weg Dingen begegnen, die uns schräg, nerdy und prima vista gehtnichtmäßig erscheinen. Das alles ist aber das Indiz dafür, dass wir richtig unterwegs sind.
  • Verschieben Sie die Grenze. “Unternehmen brauchen die Außen-Sicht”, wie es Daimler-Personavorstand Wilfried Porth auf meine Frage hin fomulierte. Weniger Make und mehr Buy in der firmeneigenen PE tut jedem Unternehmen gut. Die Aufteilung ist nicht festgeschrieben, es ist Aufgabe der Stakeholder, sie in diese Richtung zu verschieben.
  • Denken Sie, wie Google es tut. 10x-Denkweise geht so: Nicht: “Wie können wir nächstes Jahr 4% besser, 5% größer werden?”, sondern: “Was müssen wir heute tun, wenn wir in Zukunft 10x größer, 10x besser werden wollen?”.
  • Digitalisieren Sie es – intelligent! (Siehe Digital Concert Hall, auch eines meiner Themen auf dem Quartera Kongress). Sonst macht es ein anderer Spieler am Markt. Alles, was digitalisierbar ist, wird auch digitalisiert. Wie es geht? Das ist pionierhaft, dafür gibt es kein Vorgehen nach Handbuch. Probieren, Testen! Wichtig: Digitalisierung ist nicht alles. Das klassische Symposion stirbt keineswegs. Aber ohne Digitalisierung ist alles nichts.
  • Machen Sie ein internes Projekt: Was können wir von der Benchmark lernen, die uns die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker liefert?

Dann habe ich noch diese Punkte: Revolution der Arbeitsformate. Scientific Community. Lernen erlebbar machen. Dazu zu gegebener Zeit mehr.

Q14 | Quartera Kongress | Berliner Philharmoniker | Was Hochschulen und PE vom digitalen Konzertsaal lernen können

Donnerstag, 27. November 2014

von Axel Gloger

Als ich vor anderthalb Jahren Robert Zimmermann traf, war mir sofort klar:

Der Mann repräsentiert das Besondere, eine seltene Fallstudie für einen durchdachten und gelungenen Aufbruch einer alten Offline-Marke in die Online-Welt. Die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, Zimmermann ist der Geschäftsführer dort.

Ich lud ihn als Keynote-Speaker zum diesjährigen Quartera-Kongress ein und freue mich mit den 130 Quarterianern, dass er meinem Ruf so sympathisch gefolgt ist. Hier die Eckpunkte seiner Fallstudie, die er gestern vortrug:

135 Konzerte im Jahr. Mehr können die Berliner Philharmoniker im Jahr nicht produzieren. Hinzu kommen Proben, Reisen. Das ergibt 300.000 Besucher, in der Internet-Sichtweise: Visits. Das entspricht 100.000 Menschen, die in den Genuss eines Konzerts kommen – weil es Abonnenten und Mehrfachbesucher gibt.

Kein Potenzial für Wachstum. Eine nicht vermehrbare Ressource. Die Beschränkung der Offline-Welt!

Heute ist das anders. Das Weltklasse-Orchester betreibt den digitalen Konzertsaal – ein von den Philharmonikern komplett in Eigenregie entwickelter Verbreitungskanal für die Musikinhalte.

Interessant: Der Blick in den Anforderungskatalog, den die Berliner Philharmoniker aufstellten – denn was der digitale Konzertsaal bringen muss, können wir 1:1 auch auf den digitalen Hörsaal oder digitalen Seminarraum übertragen.

Hier die Liste:

  • Bild + Ton in hoher Qualität. Ton und Bild sollen besten Standards folgen.
  • Der virtuelle Konzertsaal solle eine sinnliche Erfahrung vermitteln, nicht nur Inhalt transporieren.
  • Orchester und Zuschauer dürfen durch die Aufzieichung nicht gestört werden. Kein grelles Extralicht, keine Geräusche durch bewegliche Kameras
  • Alles Material wird online gestellt – jedes Konzert einer Saison geht auch in den digitalen Konzertsaal.
  • Die Zuschauer im Netz sollen gezeigt bekommen, was die Berliner Philharmoniker sind (USP, nachvollziehbare Alleinstellung nachweisen).
  • Inhalt gegen Geld. Kein Verschenkkanal, sondern Value for Money.

Für uns auf dem Quartera Kongress war sofort erkennbar: Perfektion, unbedingte Konsequenz und Kontrolle der Wertkette sind für die Verbreitung der Marke wichtig. Die Philharmoniker sind auf ihrem Markt ein Champion, also muss auch der neue Verbreitungskanal Champions-Klasse sein. Keine Abstriche.

Das ist ein strategischer Unterschied zu dem, was sonst gemacht wird. “Irgendwas mit Internet” oder “So schnell wie möglich in Social Media” sind die üblichen Ansagen. Dann wird eben irgendwas gemacht – Folge sind missglückte Aktivitäten, tote Webpräsenzen, ausbleibende Klicks und ein beschädigter digitaler Ruf.

So also besser nicht!

Sondern kontrollierte Qualität mit einem Markenerlebnis in der digitalen Welt. Keine wilden Raubkopien auf Youtube, nur kontrollierte Verbreitung mit einer gut ausgedachten Bezahlschranke, hier geht es um richtiges Geld:

12-Monats-Ticket kostet 149 Euro (65 Prozent der Verkäufe), Monatsabonnement 14,90 Euro pro Monat fortlaufend (30 Prozent der Verkäufe). Dazu als Appetitanreger der Einstiegskanal: 30-Tage-Pass für 19,90 Euro, 7 Tage für 9,90 Euro (5 Prozent der Verkäufe).

Für die A-Player auf dem Bildungsmarkt ist die Digital Concert Hall die Benchmark. Sie zeigt uns, worauf zu achten ist: Qualität, Marke, Kontrolle. Für den Erfolg des Unternehmens spricht: 20.000 aktive Tickets (bei 520.000 registierten Nutzern und 290.000 Abonnenten des Newsletters).