Q14 | Experience Learning | MCC und Prof. Löbler weisen den Weg zu mehr Produktivität

von Axel Gloger

Lernen ist machen, tun, erfahren. Unsere Kinder wissen das. Sie lernen in den ersten Jahren nie anders.

Der Kindergarten ist ein großes Ausprobierlabor. Hier steht niemand an einem Rednerpult und erklärt, wie die Welt funktioniert. Die Kinder bringen es sich – unter Anleitung – selber bei. Das ist die natürlichste, wirksamste Form des Lernens.

Da gibt es dieses tolle Buch, das uns genau auf das aufmerksam macht:

“All I Really Need to Know I Learned in Kindergarten” von Robert Fulghum enthält diese gesamte Weisheit, vor zehn Jahren erschienen, die Botschaft braucht nur 240 Seiten. Helge Löbler, Professor an der Universität Leipzig (Marketing) entdeckte das Buch für uns.

Ja. Lernen: Das ist nicht nur hören, lesen, erinnern, sondern eben die Erfahrung, das Umsetzen. Warum sich also mit den klassischen Vortrags-Situationen zufrieden geben, wenn auch mehr geht?

Ein neues Format ist das nicht. Neu ist aber, dass es jetzt nicht nur für Kinder-Lernen, sondern auch für Erwachsene genutzt wird.

“Lernen erlebbar machen”, so nennt Monika Schmidt von McKinsey das. Sie hat damit ihre eigene Erfahrung, sie arbeitet mit an der noch neuen Transformationsmaschine: Das McKinsey Capability Center (MCC) ist eine Flotte von Übungsfirmen, angesiedelt in kurzer Taxi-Entfernung vom Flughafen MUC.

Hier geht es direkt zu Sache – eben keine Trainer-Vorträge, sondern echte Anwendungs-Situationen. “Wenn wir action based etwas tun, ist es besser verankert”, sagt Beraterin Schmidt dazu. Im MCC lernen die Berufstätigen (Mitarbeiter von Kundenunternehmen des Beratungshauses) nicht über die Anwendung, sondern durch die Anwendung.

Themen wie Einkauf, Marketing, Supply Chain Management oder Service werden in Echt-Situationen nachgebildet, die Lernenden probieren direkt aus, was geht und was nicht.

Würden wir uns nicht alle wünschen, so zu lernen?

Professor Löbler hat genau diesen Gedanken an seiner Universität umgesetzt. Statt der Marketing-Vorlesung gibt es dort ein Marketing-Projekt. Die Lernenden gehen, genau wie am MCC, direkt in die Praxis, wie er beim Quartera-Kongress in Berlin erläuterte.

Anwendung = Anschauung = Umsetzung = Lernen!

“Der Lehrer ist der Assistent der Lernenden”, sagt Löbler dazu, das Unterrichten sei das Unterstützen des Lernens, nicht die textliche Übertragung von Wissen durch Vortrag.

Er macht das konsequent, schaffte seine Vorlesung ab – und erklärte das neue Modell, Lernen durch Erfahrung, formidabel und überzeugend für die Teilnehmer des Quartera-Kongresses.

Die ergänzende Botschaft lieferte Monika Schmidt. “Zwei Drittel der Transformationsprojekte scheitern”, berichtete sie den Q14-Teilnehmern. Warum? Einer der Gründe dafür: Die Leute sehen die Veränderung zwar ein. Aber sie müssen auch lernen, mit den neuen Fähigkeiten umzugehen, Wirkung zu erzeugen.

Da erscheint die verlängerte Wertkette nur folgerichtig: Beratung plus Lernen, so lautet das neue Konzept, das McKinsey mit seinem Capability Center anbietet.

Das ist inzwischen fest im Angebotsportfolio verankert. 18 Standorte für Lernen gibt es mittlerweile auf der McKinsey-Weltkarte – damit hat, kaum bemerkt außerhalb der Fachöffentlichkeit, eine Erweiterung des Beratungsbegriffs stattgefunden: “Kunde, wir führen Deinen Mitarbeitern auch die Hand bei der Umsetzung der Beratungsempfehlungen.”

Das sollte jeder Universität, die quartäre Bildung anbietet, aber auch jedem Trainingsanbieter zu denken geben.

Chicago, Atlanta, Amsterdam, Lyon, Darmstadt, München, Venedig, Singapur, Peking, Taipei, Silicon Valley etc. – an jedem dieser Orte steckt bei McK ein rotes Fähnchen auf der Weltkarte, all das sind die Lernorte.

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