02. April 2013

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Axel Gloger ist Chairman der Denkfabrik Trend Intelligence. In der unternehmerischen Praxis ist er als Mitglied von Aufsichtsräten und Beiräten tätig. Überdies ist er Autor von Fachbüchern für Unternehmer sowie verantwortlicher Gestalter des Unternehmer-Informationsdienstes TrendScanner sowie Gründer dieses Blogs.

Das aktuelle LinkedIn-Profil von Axel Gloger finden Sie hier. Seine Vortragsthemen lesen Sie hier.

Was der Preiswettbewerb am Beratungsmarkt für die Kunden bedeutet | Neuer BDU-Branchenüberblick

24. Februar 2015

von Axel Gloger

Vor einiger Zeit sprach ich mit dem Chefeinkäufer für Beratungsleistungen. Tätig bei einem der großen Versicherungskonzerne.

Bei meiner Frage nach den Preisen für Beratungsleistungen sagte er mir: “20 Prozent Nachlass sind immer drin.” Seine Botschaft: Angebot von Unternehmensberatern sind verhandelbar.

Mit dem Wissen von heute können wir das aufrecht erhalten.

Zwar wächst der Beratermarkt, die Consultants freuen sich über die andauernde stürmische Expansion ihres Marktes. In Zahlen: Für dieses Jahr rechnet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) mit einem Marktplus von 7,4 Prozent. Besonders gut schneiden die mittelgroßen Beratungsgesellschaften ab.

Aber die Preise:

Offenbar lohnt es sich für Kunden, gut zu verhandeln. Aus Beratersicht sieht das so aus: “Es gibt einen ziemlich heftigen Wettebwerb”, so Hans-Werner Wurzel, Präsident des BDU, heute auf meine Frage.

Wenn Beraterleistungen als Commodity wahrgenommen würden, sei der Preis entscheidungsbildend beim Kunden. Unsere Schlussfolgerung: Bei wenig spezialisierten Projekten, die von vielen Consultingunternehmen angeboten werden, lohnt sich also die Verhandlung der Angebote.

Anders ist das offenbar nur, wenn ein Beratungsunternehmen eine Alleinstellung bei einem bestimmten Thema hat, etwa Pricing oder Markterschließung.

Aber mit dem Preisdruck kann die Branche recht gut leben. Das zeigt der Blick in die neuen Zahlen des BDU. Danach wird das Geschäft der Berater dieses Jahr bei 27 Mrd. Euro landen. Allein das Wachstum dieses Jahres (plus 1,8 Mrd. Euro) ist so groß, als würden 1x BCG und 1x Roland Berger neu hinzu kommen.

Das sind recht komfortable Verhältnisse.

Welche andere Branche kann schon auf ein derart rasches und andauerndes Wachstum zurück blicken? Nur im Jahr 2009, dem großen Finanzkrisenjahr, gab es einmal eine Atempause. Ansonsten kennt das Geschäft der Consultants nur eine Richtung: aufwärts.

DLD15 | Starke Kräfte für die Abschaffung des Bargeldes | Die Cashless Society ist auf dem Weg

20. Januar 2015

von Axel Gloger

Diskussion mit Stakeholdern des Mobilfunkgeschäfts, dieses Mal aus den Emerging Markets. Nigeria und Indien sind die Prototypen.

Hoher Anteil von Menschen ohne Bankkonto und ohne Kreditkarte. Bargeldgetriebene Gesellschaften, hohe Transaktionskosten für die Abwicklung von Zahlungen.

Beispiel: Um die Rechnung seines Kabelnetzbetreibers zu bezahlen, muss mancher Nigerianer 3 Stunden im Dauerstau irgendwo hinfahren, nur um diese Transaktion zu tätigen.

Die Lage: hohes Interesse daran, hier mehr Effizienz herzustellen. Je mehr die Mobilfunkdurchdringung ständig steigt, wird es lukrativ, die Goldbörse und das Smartphone zu fusionieren.

Die Geldbörse soll überflüssig werden, es bleibt das Smartphone als Kontaktmittel in die digitale Welt – und als Bezahlsystem.

Pago ist eines der Bezahlsysteme via Mobilfunk. Es erobert derezeit den nigerianischem Markt und wird dann Afrika erobern.

Das Geschäftssystem tendiert zu einem natürlichen Monopol. Wie bei Google: Der erste und aggressivste Spieler bekommt den Gesamtmarkt.

Folge: In Afrika entsteht eines der Modelle für das Bezahlen der Zukunft. Es kommt von einer Nichtbank. Wenn es in Afrika funktioniert, wird es auch Prägekraft für andere Emerging Markets haben – und auch den etablierten Volkswirtschaften des Westens dabei helfen wird, aus der Bargeldwirtschaft heraus zu kommen.

Unsere Prognose: “Why cash is bad” wird zu einer akzeptierten These.

Einer der Gesprächspartner hier bei der DLD Conference stützte das wie folgt: 2-3 Prozent des BIP der EU-Länder gehen für das Handling des Bargeldes drauf. Diesen Kostenblock wollen die Internet-Innovatoren angreifen.

In dem Maße, wie diese Kosten verschwinden, werden freilich neue entstehen, die wir alle zu tragen haben: Wieder ein Stück Privatsphäre verloren, wieder ein Stück mehr Allmacht des Staates, wieder ein Stück Freiheit weg.

Tags: #DLD15, Digital Life Design, DLD Conference, Bargeld, Cashless Society

DLD15 | Uber-CEO hat neuerdings Kreide gefressen | Travis Kalanick will das Muster ein Mensch-ein Auto durchbrechen

18. Januar 2015

von Axel Gloger

2x eindrucksvoll. Heute versucht der Uber-CEO Kalanick eine Charme-Offensive.

Er will den europäischen Markt knacken, also muss er freundlich zu den Europäern sein. Den Anfang macht seine flammende Rede: Uber befreit den Taxi-Kunden aus der regulierten Welt. Letztes Jahr hatte er es an gleicher Stelle, der DLD Conference,  mit Angriffs-Rhetorik versucht. Das kam bei den Europäern nicht so gut an.

Deshalb die Wende, der Köder muss dem Fisch schmecken.

Seine Botschaft: Die Taxi-Branche verhindert Kunden-Nutzen mit absurden Regulierungen. Indiz: Nach dem Markteintritt von Uber in San Francisco, dem Ort der Gründung des Unternehmens, hat sich der Taximarkt mehr als vervierfacht. Vor Uber 120 Mio. Dollar, nach Uber 500 Mio. Dollar plus das traditionelle Taxi-Geschäft.

Die Gründer-Legende von Uber:

Das Unternehmenskonzept entstand auf einer Art Bierdeckel, wie der CEo verlauten lässt. Er und sein Compagnon saßen in einem Café in Paris. Taxis seien dort schwer zu bekommen gewesen, wie immer. Was die beiden sich wünschen: Ein Taxi bestellen per Knopfdruck. Bequem, schnell, kein Warten, keine mühsame Kummunikation, um das Auto zu bestellen.

So wurde wenig später in San Francisco Uber gegründet – Juni 2010.

Kalanicks Auftritt bei DLD15 zeigte die bewährte Regeln der digitalen Ökonomie: Wenn es digitalisierbar ist, wird es digitalisiert. Außenseiter, eigentlich Amateure aus der Sicht der betroffenen, angegriffenen Branchen, können ein etabliertes Geschäft unter erheblichen Erneuerungsdruck setzen.

Die Annalen der Taxi-Branche werden dereinst in zwei Phasen eingeteilt: die Zeit, bis Uber kam. Und die Zeit, seit es Uber gibt.

Taxis werden nicht verschwinden. Aber für die Kunden ist das Auftauchen des Angreifers eine gute Nachricht. Es gibt mehr Wahlfreiheit und mehr Angebot. Uber wll dieses Jahr allein in Europa einige 100.000 Arbeitsplätze schaffen.

Tags: #dld15, Digital Life Design, DLD Conference

DLD15 | “It is only the Beginning” | Aufbruch, die großen, digitalen Veränderungen kommen erst noch

18. Januar 2015

von Axel Gloger

“It is only the beginning”, es ist erst der Anfang. So das Motto der diesjährigen DLD-Conference. Drei Tage in München. Alles, was wir in der digitalen Welt bislang gesehen haben, sei nicht mehr als ein Vorspiel gewesen, so Steffi Czerny von Burda, Organisatorin der Konferenz. Die Revolution startet jetzt, die großen Veränderungen kommen also erst noch.

Digitalisierung ist schon wie Strom. Gehört zu unserem Leben. Das Internet hat auch seine letzte Ecke erreicht – und wird seine prägende Kraft entfalten.

Für Unternehmer bedeutet das: Phansen der Komfortzone werden weniger. Wir müssen das Neue umarmen, bevor wir vollständig vereinnahmt werden. Chancen sind größer als die Risiken für die, die agil bleiben. Das heißt: Phasen rascher Veränderungen meistern, ihre positive Energie nutzen. Künftig öfter im “war mode” als im “peace mode”, wie Venture Kapitalist Ben Horowitz uns bei der Konferenz wissen ließ.

Timotheus Höttges, CEO der Telekom, ging bei der DLD-Konferenz direkt in den “war mode”, er zeigte sich angriffslustig gegenüber dem derzeitigen Status der Regulierung.

Die Telekom sei anders als Google, Amazon und Facebook, weil nur ihr Geschäft der Regulierung unterworfen sei: Pflichtangebote, keine Big-Data-Nutzung durch Toll Collect (“Wir müssen die Daten ungenutzt wegwerfen, weil des Datenschutzgesetze gibt”), Investitionen in Infrastruktur.

“Wenn ich könnte, würde ich Kommunikation verschenken”, sagte der Telekom-CEO mit Blick auf die Digitalgiganten aus den USA, die genau das tun. Sie verschenken Kommunikation, lassen die Nutzer mit ihren Daten bezahlen, mit denen Google, Amazon, Facebook, Whatsapp Milliardengeschäfte aufsetzen.

Höttges baute eine delikaten Gegensatz auf:

Hier die regulierte Telekom, dort die unregulierten US Internet Giganten.

Subtext: Die sollen sich der Regulierung unterwerfen, die auch für die Telekom gilt. Ed Vaizey, Minister für Digitales der britischen Regierung, opponiert: Wenn die US-Anbieter nicht reguliert sind, der deutsche Heimspieler aber reguliert, dann müsse auch dieser reguliert werden.

Die Politik ist offenbar gefordert. Aber die Botschaften der Unternehmer wollen nicht recht ankommen.

Ilse Aigner, jetzt Wirtschaftsministerin Bayern, wirkte genauso spröde und uninspiriert wie ihre Kollegin, die Digitalministerin im Kabinett der franzöischen Regierung, Axelle Lemaire. “Dieses Internet ist Neuland”, mal wieder. Die Unternehmer hingegen sind dort schon längst angekommen, wie die DLD15-Konferenz nachwies.’

Tags: #dld15, Digital Divide, DLD Conference

Q14 | Experience Learning | MCC und Prof. Löbler weisen den Weg zu mehr Produktivität

15. Dezember 2014

von Axel Gloger

Lernen ist machen, tun, erfahren. Unsere Kinder wissen das. Sie lernen in den ersten Jahren nie anders.

Der Kindergarten ist ein großes Ausprobierlabor. Hier steht niemand an einem Rednerpult und erklärt, wie die Welt funktioniert. Die Kinder bringen es sich – unter Anleitung – selber bei. Das ist die natürlichste, wirksamste Form des Lernens.

Da gibt es dieses tolle Buch, das uns genau auf das aufmerksam macht:

“All I Really Need to Know I Learned in Kindergarten” von Robert Fulghum enthält diese gesamte Weisheit, vor zehn Jahren erschienen, die Botschaft braucht nur 240 Seiten. Helge Löbler, Professor an der Universität Leipzig (Marketing) entdeckte das Buch für uns.

Ja. Lernen: Das ist nicht nur hören, lesen, erinnern, sondern eben die Erfahrung, das Umsetzen. Warum sich also mit den klassischen Vortrags-Situationen zufrieden geben, wenn auch mehr geht?

Ein neues Format ist das nicht. Neu ist aber, dass es jetzt nicht nur für Kinder-Lernen, sondern auch für Erwachsene genutzt wird.

“Lernen erlebbar machen”, so nennt Monika Schmidt von McKinsey das. Sie hat damit ihre eigene Erfahrung, sie arbeitet mit an der noch neuen Transformationsmaschine: Das McKinsey Capability Center (MCC) ist eine Flotte von Übungsfirmen, angesiedelt in kurzer Taxi-Entfernung vom Flughafen MUC.

Hier geht es direkt zu Sache – eben keine Trainer-Vorträge, sondern echte Anwendungs-Situationen. “Wenn wir action based etwas tun, ist es besser verankert”, sagt Beraterin Schmidt dazu. Im MCC lernen die Berufstätigen (Mitarbeiter von Kundenunternehmen des Beratungshauses) nicht über die Anwendung, sondern durch die Anwendung.

Themen wie Einkauf, Marketing, Supply Chain Management oder Service werden in Echt-Situationen nachgebildet, die Lernenden probieren direkt aus, was geht und was nicht.

Würden wir uns nicht alle wünschen, so zu lernen?

Professor Löbler hat genau diesen Gedanken an seiner Universität umgesetzt. Statt der Marketing-Vorlesung gibt es dort ein Marketing-Projekt. Die Lernenden gehen, genau wie am MCC, direkt in die Praxis, wie er beim Quartera-Kongress in Berlin erläuterte.

Anwendung = Anschauung = Umsetzung = Lernen!

“Der Lehrer ist der Assistent der Lernenden”, sagt Löbler dazu, das Unterrichten sei das Unterstützen des Lernens, nicht die textliche Übertragung von Wissen durch Vortrag.

Er macht das konsequent, schaffte seine Vorlesung ab – und erklärte das neue Modell, Lernen durch Erfahrung, formidabel und überzeugend für die Teilnehmer des Quartera-Kongresses.

Die ergänzende Botschaft lieferte Monika Schmidt. “Zwei Drittel der Transformationsprojekte scheitern”, berichtete sie den Q14-Teilnehmern. Warum? Einer der Gründe dafür: Die Leute sehen die Veränderung zwar ein. Aber sie müssen auch lernen, mit den neuen Fähigkeiten umzugehen, Wirkung zu erzeugen.

Da erscheint die verlängerte Wertkette nur folgerichtig: Beratung plus Lernen, so lautet das neue Konzept, das McKinsey mit seinem Capability Center anbietet.

Das ist inzwischen fest im Angebotsportfolio verankert. 18 Standorte für Lernen gibt es mittlerweile auf der McKinsey-Weltkarte – damit hat, kaum bemerkt außerhalb der Fachöffentlichkeit, eine Erweiterung des Beratungsbegriffs stattgefunden: “Kunde, wir führen Deinen Mitarbeitern auch die Hand bei der Umsetzung der Beratungsempfehlungen.”

Das sollte jeder Universität, die quartäre Bildung anbietet, aber auch jedem Trainingsanbieter zu denken geben.

Chicago, Atlanta, Amsterdam, Lyon, Darmstadt, München, Venedig, Singapur, Peking, Taipei, Silicon Valley etc. – an jedem dieser Orte steckt bei McK ein rotes Fähnchen auf der Weltkarte, all das sind die Lernorte.

Q14 | Quartera-Agenda | Was jetzt zu tun ist | Save the Date für Q15

27. November 2014

von Axel Gloger

Am Ende des Kongresses fragte ich als Moderator und Chairman des Anlasses noch einmal ein paar Teilnehmer ab.

Spontanes Cold-Calling von der Bühne, eine echte Co-Kreation. Wir wurden reich gesegnet mit positiven Rückmeldungen. Das freut, in Quartera steckt viel Herzblut von allen, die mitgestaltet haben.

Die Fortsetzung ist schon angedacht: Q15 wird am 26./27. November 2015 sein, notieren Sie sich schon den Termin für den nächsten Quartera-Kongress.

Eine Besonderheit dürfen wir beibehalten – den tollen Ort.

Die Deutsche Bank stellt uns dankenwerter Weise wieder ihre Räumlichkeiten Unter den Linden in Berlin zur Verfügung, die Hauptstadtrepräsentanz des Hauses. Dank an Beate Hofmann, Mitglied der Geschäftsleitung, Deutsche Bank Berlin und die HR-Verantwortliche Daniela Wende.

Wollen wir nicht alle an einem Ort zusammen kommen, der uns bietet: Tageslicht, ästhetisch hochwertige Umgebung, viel Freiraum über dem Kopf für gute Gedanken, ein einmaliges Ambietente, keine auf Platzersparnis optimierten Tische und Stühle?

Das Gegenteil von dieser Dorint-Maritim-Konferenzraumkultur eben.

Die anderthalb Tage des Quartera-Kongresses verkörperten wieder einmal Aufbruch, Zukunft, Umbruch – das Signal an Hochschulen und Wissensgestalter in Unternehmen, dass Quartera der Ort ist, an dem die Zukunft der Schnittstelle Hochschule-Unternehmen geschaffen wird.

Aus den anderthalb Tagen ergab sich diese Quartera-Agenda, die ich den Teilnehmern als Kurz-Briefing mit auf den Weg zurück an ihren Wirkungsort gab:

  • Setzen Sie die Expedition fort. Der Umbruch fordert den pionierhaften Aufbruch. Wir werden Neues entdecken, in unwegsames Gelände geraten, scheitern, Irrwege gehen, uns anstrengen und mehr als einmal die Ärmel hockrempeln müssen, auf dem Weg Dingen begegnen, die uns schräg, nerdy und prima vista gehtnichtmäßig erscheinen. Das alles ist aber das Indiz dafür, dass wir richtig unterwegs sind.
  • Verschieben Sie die Grenze. “Unternehmen brauchen die Außen-Sicht”, wie es Daimler-Personavorstand Wilfried Porth auf meine Frage hin fomulierte. Weniger Make und mehr Buy in der firmeneigenen PE tut jedem Unternehmen gut. Die Aufteilung ist nicht festgeschrieben, es ist Aufgabe der Stakeholder, sie in diese Richtung zu verschieben.
  • Denken Sie, wie Google es tut. 10x-Denkweise geht so: Nicht: “Wie können wir nächstes Jahr 4% besser, 5% größer werden?”, sondern: “Was müssen wir heute tun, wenn wir in Zukunft 10x größer, 10x besser werden wollen?”.
  • Digitalisieren Sie es – intelligent! (Siehe Digital Concert Hall, auch eines meiner Themen auf dem Quartera Kongress). Sonst macht es ein anderer Spieler am Markt. Alles, was digitalisierbar ist, wird auch digitalisiert. Wie es geht? Das ist pionierhaft, dafür gibt es kein Vorgehen nach Handbuch. Probieren, Testen! Wichtig: Digitalisierung ist nicht alles. Das klassische Symposion stirbt keineswegs. Aber ohne Digitalisierung ist alles nichts.
  • Machen Sie ein internes Projekt: Was können wir von der Benchmark lernen, die uns die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker liefert?

Dann habe ich noch diese Punkte: Revolution der Arbeitsformate. Scientific Community. Lernen erlebbar machen. Dazu zu gegebener Zeit mehr.

Q14 | Quartera Kongress | Berliner Philharmoniker | Was Hochschulen und PE vom digitalen Konzertsaal lernen können

27. November 2014

von Axel Gloger

Als ich vor anderthalb Jahren Robert Zimmermann traf, war mir sofort klar:

Der Mann repräsentiert das Besondere, eine seltene Fallstudie für einen durchdachten und gelungenen Aufbruch einer alten Offline-Marke in die Online-Welt. Die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, Zimmermann ist der Geschäftsführer dort.

Ich lud ihn als Keynote-Speaker zum diesjährigen Quartera-Kongress ein und freue mich mit den 130 Quarterianern, dass er meinem Ruf so sympathisch gefolgt ist. Hier die Eckpunkte seiner Fallstudie, die er gestern vortrug:

135 Konzerte im Jahr. Mehr können die Berliner Philharmoniker im Jahr nicht produzieren. Hinzu kommen Proben, Reisen. Das ergibt 300.000 Besucher, in der Internet-Sichtweise: Visits. Das entspricht 100.000 Menschen, die in den Genuss eines Konzerts kommen – weil es Abonnenten und Mehrfachbesucher gibt.

Kein Potenzial für Wachstum. Eine nicht vermehrbare Ressource. Die Beschränkung der Offline-Welt!

Heute ist das anders. Das Weltklasse-Orchester betreibt den digitalen Konzertsaal – ein von den Philharmonikern komplett in Eigenregie entwickelter Verbreitungskanal für die Musikinhalte.

Interessant: Der Blick in den Anforderungskatalog, den die Berliner Philharmoniker aufstellten – denn was der digitale Konzertsaal bringen muss, können wir 1:1 auch auf den digitalen Hörsaal oder digitalen Seminarraum übertragen.

Hier die Liste:

  • Bild + Ton in hoher Qualität. Ton und Bild sollen besten Standards folgen.
  • Der virtuelle Konzertsaal solle eine sinnliche Erfahrung vermitteln, nicht nur Inhalt transporieren.
  • Orchester und Zuschauer dürfen durch die Aufzieichung nicht gestört werden. Kein grelles Extralicht, keine Geräusche durch bewegliche Kameras
  • Alles Material wird online gestellt – jedes Konzert einer Saison geht auch in den digitalen Konzertsaal.
  • Die Zuschauer im Netz sollen gezeigt bekommen, was die Berliner Philharmoniker sind (USP, nachvollziehbare Alleinstellung nachweisen).
  • Inhalt gegen Geld. Kein Verschenkkanal, sondern Value for Money.

Für uns auf dem Quartera Kongress war sofort erkennbar: Perfektion, unbedingte Konsequenz und Kontrolle der Wertkette sind für die Verbreitung der Marke wichtig. Die Philharmoniker sind auf ihrem Markt ein Champion, also muss auch der neue Verbreitungskanal Champions-Klasse sein. Keine Abstriche.

Das ist ein strategischer Unterschied zu dem, was sonst gemacht wird. “Irgendwas mit Internet” oder “So schnell wie möglich in Social Media” sind die üblichen Ansagen. Dann wird eben irgendwas gemacht – Folge sind missglückte Aktivitäten, tote Webpräsenzen, ausbleibende Klicks und ein beschädigter digitaler Ruf.

So also besser nicht!

Sondern kontrollierte Qualität mit einem Markenerlebnis in der digitalen Welt. Keine wilden Raubkopien auf Youtube, nur kontrollierte Verbreitung mit einer gut ausgedachten Bezahlschranke, hier geht es um richtiges Geld:

12-Monats-Ticket kostet 149 Euro (65 Prozent der Verkäufe), Monatsabonnement 14,90 Euro pro Monat fortlaufend (30 Prozent der Verkäufe). Dazu als Appetitanreger der Einstiegskanal: 30-Tage-Pass für 19,90 Euro, 7 Tage für 9,90 Euro (5 Prozent der Verkäufe).

Für die A-Player auf dem Bildungsmarkt ist die Digital Concert Hall die Benchmark. Sie zeigt uns, worauf zu achten ist: Qualität, Marke, Kontrolle. Für den Erfolg des Unternehmens spricht: 20.000 aktive Tickets (bei 520.000 registierten Nutzern und 290.000 Abonnenten des Newsletters).

Q14 | Quartera Kongress | Incore-Studie | Heiko von der Gracht gibt Einblicke in die Weiterbildung von morgen | Neue Inhalte, neue Formate

26. November 2014

von Axel Gloger

In Umbruchzeiten lohnt der Blick auf die aufkommenden, neuen Trends besonders.

Der Blick auf dieses Feld verschafft genau jene Einsichten, die für das Verständnis des Lernens von morgen nötig sind. Prägende Kräfte: a) Die Digitalisierung ist der größte Treiber für die Veränderungen von morgen, b) künstliche Intelligenz verändert wie Welt – auch jene der Bildung, c) die vierte industrielle Revolution bringt neue Anforderungen an das Lernen von Berufstätigen mit sich, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich neuer, leistungsfähiger Formate.

Heiko von der Gracht lieferte beim Quartera Kongress in Berlin heute wichtige Einblicke dazu.

Er ist Leiter des Thinktanks für Zukunftsmanagement des Institute of Corporate Education (Incore). Dieses neu gegründte Institut wird von KPMG gesponsort. Auftrag: Pionierhafte Formate für berufliche Weiterbildung von Hochschulen entwickeln und umsetzungsreif für die breite Nutzung in Unternehmen machen.

Wesentliche Punkte aus seiner Studie, die er beim Quartera-Kongress vorstellte, in Zahlen:

87 Prozent der befragten Unternehmen sagen: Es gibt erhöhten Bedarf für Investitionen in Weiterbildung. 31 Prozent sind mit den derzeitigen Programmen zufrieden.

Wichtig sind aus meiner Sicht außerdem einige qualitative Ergebnisse, die auf Handlunsgfelder von morgen hindeuten:

  • Weiterbildungsverantwortliche in Unternehmen sind sich ihrer Schlüsselrolle bewusst. Ihre Auswahl von Partnern  folgt der Vorgabe “Qualität vor Preis”. Sie sind sich des langfristigen Wertbeitrages von Corporate Education bewusst.
  • Vernetztes Denken wird als Querschnittskompetenz stark an Gewicht gewinnen. In Zeiten rascher Veränderungen und schneller Neuaufstellung von Wertketten ist vernetztes Denken bei den Gestaltern von Unternehmen eine Conditio sine qua non.
  • Lässt sich vernetztes Denken trainieren? “24 Prozent der Unternehmen sagen: Das geht nicht”, beschreibt Heiko von der Gracht eine verbreitete Einschätzung aus der Studie. Es wird Aufgabe der Personalentwicklung von morgen sein, diese Hürde zu überwinden – und die Fähigkeit zum vernetzten Denken zu einem breit verfügbaren Asset im Unternehmen von morgen zu machen.

Überdies von zentraler Bedeutung: Reuturn on Education (RoE) wird zu einer Stellgröße bei den Fragen nach dem “Was?”, “Wie?” und “Wieviel?” von Weiterbildung.

Stakeholder wie die Geschäftsführung, das Controlling, die Eigentümer und andere werden hier in RoE messbare Nachweise fordern.

Hier sind die Personalentwickler und Gestalter von Weiterbildung in der Pflicht, sich der in vielen Unternehmen gut etablierten KPI-Denkweise anzuschließen: “Ohne einen Wirkunsnachweis, der über den Standard-Evaluationsfragebogen deutlich hinaus reicht, wird es in Zukunft nicht mehr gehen”, so Incore-Vordenker von der Gracht.

Q14 | Quartera Kongress | Am Beispiel Daimler-ESMT | So funktioniert die Schnittstelle Unternehmen-Hochschule

26. November 2014

von Axel Gloger

Zwei Seiten des Marktes: Jörg Rocholl, Präsident der European School of Management and Technology (ESMT) und Wilfried Porth, Personalvorstand der Daimler AG, trugen beide zum Podium bei. Thema: “Personalentwicklung für Führungskräfte – was macht den Erfolg aus?”. Ich hatte das Vergnügen, beide beim Quartera Kongress zu moderieren. Hier meine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Grundthema: Unternehmen und Hochschulen brauchen einander in Zukunft mehr denn je.

Für lebenslanges Lernen sind die Hochschulen der natürliche Partner. Sie sind im Geschäft der Wissenskreation, die Unternehmen sind auf der Seite der Wissensverwerter. In der Wissensökonomie wird es nicht mehr ohne den Beitrag der Hochschulen gehen – ihnen kommt die Aufgabe zu, die Mitarbeiter für die Anforderungen der Wertschöpfung von morgen zu qualifizieren.

Das Setup: Die Hochschule ist der Zulieferer für den Rohstoff Wissen.

Hier ist intensives Kümmern um die Gestaltung der Schnittstelle wichtig. Denn der heutige Standard reicht nicht. Die Hochschule spricht von “customized” – und was bekommt der Kunde? Den Zugang zur Bildungsmarke, einen bekannten Professor, seinen Standard-Inhalt und eine hohe Rechnung.

Das aber reiche für das Lernen von morgen nicht, stellte ESMT-Präsident Rocholl zutreffender Weise fest. Die Hocbschule ist  dann als Partner willkommen, wenn sie wirklich versteht, wie ihr Wertbeitrag zu gestalten ist, der das Unternehmen des Kunden besser macht. Dafür braucht es:

  • Key-Account-Denkweise. One Face to the Customer, hier sollte eine Schnittstelle etabliert sein, an der die Fäden zusammen laufen und die jederzeit weiß, was der Kunde als nächstes braucht.
  • Auf Seiten der Hochschule Mitarbeiter, die die Antriebskräfte des Unternehmens verstehen. Idealerweise hat dieser Typus Hochschulmitarbeiter zwei Erfahrungshintergründe. Er sollte aus eigenem beruflichen Wirken die Welt der Unternehmen kennen – und eben auch jene der Hochschulen.
  • An den Bedarf des Unternehmens angepasste Übermittlungsformate, von Just-in-Time-Häppchen bis zu High-Impact-Präsenzseminaren.
  • Co-Kreation für die Weiterentwicklung des Programms. Realitäten und Anforderungen der Unternehmen entwickeln sich ständig weiter. Hier sollte das Programm ständig aktualisiert und weiterentwickelt werden.

Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth erläuterte den Teilnehmern des Quartera-Kongresses, wie wichtig es ist, dass die Hochschulen auf die spezifischen Belange der Personalentwicklung eingehen – in Inhalt und Format.

Am Beispiel von Daimler:

In der Produktion sind seit jeher Qualitätssicherung, Standards und weltweite Skalierbarkeit wichtig. Dasselbe gilt auch für Hochschulen, die für die Personalentwicklung einen Beitrag leisten wollen. Sie sollten in der Lage sein, das benötigte Wissen

  • in gleichbleibender Qualität
  • an wechselnden Orten,
  • zu wechselnden Zeiten
  • für eine Vielzahl von Teilnehmern und
  • in individuell auf den Bedarf des Kunden abgestimmten Formaten zu liefern.

Schlüssel zu einer erfolgreichen Schnittstelle: Nicht nur die Inhalte sind wichtig, sondern auch Prozesse, die den Bedarf des Kunden spiegeln.

Trendforum 2014 | Innovation, Technologie | Kompaktes Briefing zu dem, was kommt

20. November 2014

von Axel Gloger

Sie suchen ein kontinulierliches Update zu Trendthemen?

Sie wollen sich bei der Ausforumung Ihrer Strategie gute Impulse, Anstöße und intern noch nicht gedachte Gedanken zuliefern lassen? “Nutzen Sie den Trendscanner“, rief mir kürzlich ein Kollege zu – ich bin ihm für diese treffende Werbung sehr dankbar.

Was ich derzeit beobachte: Die horizontale Einsamkeit ist sehr, sehr groß.

Jeder von uns ist gut in seinem Fachgebiet, hier ist der Grad der Exzellenz in den letzten Jahren stark gewachsen. Unsere Unternehmen sind voll mit diesem Typ Expertise – guten Leuten, die sich in ihrer Sparte (oder soll ich sagen: in ihrem Silo?) sehr gut auskennen.

Auf der Horizontalen dagegen ist das ganz anders.

Für den weiten Blick auf das, was kommt, fehlen die zeitlichen Ressourcen. Unser Alltag mit im Zweifel 24/7-Verfügbarkeit hat das Horizontale nicht gestärkt. Heute fließen alle Energien in die Tiefbohrung: in meinem Geschäft, in meinem Fach noch besser werden, verdichten, vertiefen.

Was dabei auf der Strecke blieb, ist der Rundumblick.

Wenn Sie den wiedererlangen wollen, ist nicht nur die regelmäßige Nutzung des Trendscanner eine gute Empfehlung. Eine weitere: Nutzen Sie den offline-Austausch, lassen Sie sich briefen und inspirieren zu den wichtigsten Trendthemen aus Innovation und Technologie.

Idealer Ort aus meiner Sicht:

das Trendforum, dieses Jahr wieder in München, reservieren Sie sich den 03./04. Dezember, hier bekommen Sie in nur anderthalb Tagen etwas, was Ihnen ein Jahr Büro nicht liefert – eben die Anstöße und Einblicke zu den wichtigsten Trends, die uns heute alle bewegen.

Ich würde mich freuen, wenn wir uns persönlich begegnen.

An den zwei Tagen in München wirke ich als Moderator und Chairman des Trendforums. Als Bonbon kann ich Ihnen anbieten: 10 Prozent Rabatt auf die Teilnehmergebühr für Nutzer des Trendscanner, geben Sie bei der Buchung bitte den Code “Axel” an.