02. April 2013

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Axel Gloger ist Chairman der Denkfabrik Trend Intelligence. In der unternehmerischen Praxis ist er als Mitglied von Aufsichtsräten und Beiräten tätig. Überdies ist er Autor von Fachbüchern für Unternehmer sowie verantwortlicher Gestalter des Unternehmer-Informationsdienstes TrendScanner sowie Gründer dieses Blogs.

Das aktuelle LinkedIn-Profil von Axel Gloger finden Sie hier. Seine Vortragsthemen lesen Sie hier.

Q14 | Experience Learning | MCC und Prof. Löbler weisen den Weg zu mehr Produktivität

15. Dezember 2014

von Axel Gloger

Lernen ist machen, tun, erfahren. Unsere Kinder wissen das. Sie lernen in den ersten Jahren nie anders.

Der Kindergarten ist ein großes Ausprobierlabor. Hier steht niemand an einem Rednerpult und erklärt, wie die Welt funktioniert. Die Kinder bringen es sich – unter Anleitung – selber bei. Das ist die natürlichste, wirksamste Form des Lernens.

Da gibt es dieses tolle Buch, das uns genau auf das aufmerksam macht:

“All I Really Need to Know I Learned in Kindergarten” von Robert Fulghum enthält diese gesamte Weisheit, vor zehn Jahren erschienen, die Botschaft braucht nur 240 Seiten. Helge Löbler, Professor an der Universität Leipzig (Marketing) entdeckte das Buch für uns.

Ja. Lernen: Das ist nicht nur hören, lesen, erinnern, sondern eben die Erfahrung, das Umsetzen. Warum sich also mit den klassischen Vortrags-Situationen zufrieden geben, wenn auch mehr geht?

Ein neues Format ist das nicht. Neu ist aber, dass es jetzt nicht nur für Kinder-Lernen, sondern auch für Erwachsene genutzt wird.

“Lernen erlebbar machen”, so nennt Monika Schmidt von McKinsey das. Sie hat damit ihre eigene Erfahrung, sie arbeitet mit an der noch neuen Transformationsmaschine: Das McKinsey Capability Center (MCC) ist eine Flotte von Übungsfirmen, angesiedelt in kurzer Taxi-Entfernung vom Flughafen MUC.

Hier geht es direkt zu Sache – eben keine Trainer-Vorträge, sondern echte Anwendungs-Situationen. “Wenn wir action based etwas tun, ist es besser verankert”, sagt Beraterin Schmidt dazu. Im MCC lernen die Berufstätigen (Mitarbeiter von Kundenunternehmen des Beratungshauses) nicht über die Anwendung, sondern durch die Anwendung.

Themen wie Einkauf, Marketing, Supply Chain Management oder Service werden in Echt-Situationen nachgebildet, die Lernenden probieren direkt aus, was geht und was nicht.

Würden wir uns nicht alle wünschen, so zu lernen?

Professor Löbler hat genau diesen Gedanken an seiner Universität umgesetzt. Statt der Marketing-Vorlesung gibt es dort ein Marketing-Projekt. Die Lernenden gehen, genau wie am MCC, direkt in die Praxis, wie er beim Quartera-Kongress in Berlin erläuterte.

Anwendung = Anschauung = Umsetzung = Lernen!

“Der Lehrer ist der Assistent der Lernenden”, sagt Löbler dazu, das Unterrichten sei das Unterstützen des Lernens, nicht die textliche Übertragung von Wissen durch Vortrag.

Er macht das konsequent, schaffte seine Vorlesung ab – und erklärte das neue Modell, Lernen durch Erfahrung, formidabel und überzeugend für die Teilnehmer des Quartera-Kongresses.

Die ergänzende Botschaft lieferte Monika Schmidt. “Zwei Drittel der Transformationsprojekte scheitern”, berichtete sie den Q14-Teilnehmern. Warum? Einer der Gründe dafür: Die Leute sehen die Veränderung zwar ein. Aber sie müssen auch lernen, mit den neuen Fähigkeiten umzugehen, Wirkung zu erzeugen.

Da erscheint die verlängerte Wertkette nur folgerichtig: Beratung plus Lernen, so lautet das neue Konzept, das McKinsey mit seinem Capability Center anbietet.

Das ist inzwischen fest im Angebotsportfolio verankert. 18 Standorte für Lernen gibt es mittlerweile auf der McKinsey-Weltkarte – damit hat, kaum bemerkt außerhalb der Fachöffentlichkeit, eine Erweiterung des Beratungsbegriffs stattgefunden: “Kunde, wir führen Deinen Mitarbeitern auch die Hand bei der Umsetzung der Beratungsempfehlungen.”

Das sollte jeder Universität, die quartäre Bildung anbietet, aber auch jedem Trainingsanbieter zu denken geben.

Chicago, Atlanta, Amsterdam, Lyon, Darmstadt, München, Venedig, Singapur, Peking, Taipei, Silicon Valley etc. – an jedem dieser Orte steckt bei McK ein rotes Fähnchen auf der Weltkarte, all das sind die Lernorte.

Q14 | Quartera-Agenda | Was jetzt zu tun ist | Save the Date für Q15

27. November 2014

von Axel Gloger

Am Ende des Kongresses fragte ich als Moderator und Chairman des Anlasses noch einmal ein paar Teilnehmer ab.

Spontanes Cold-Calling von der Bühne, eine echte Co-Kreation. Wir wurden reich gesegnet mit positiven Rückmeldungen. Das freut, in Quartera steckt viel Herzblut von allen, die mitgestaltet haben.

Die Fortsetzung ist schon angedacht: Q15 wird am 26./27. November 2015 sein, notieren Sie sich schon den Termin für den nächsten Quartera-Kongress.

Eine Besonderheit dürfen wir beibehalten – den tollen Ort.

Die Deutsche Bank stellt uns dankenwerter Weise wieder ihre Räumlichkeiten Unter den Linden in Berlin zur Verfügung, die Hauptstadtrepräsentanz des Hauses. Dank an Beate Hofmann, Mitglied der Geschäftsleitung, Deutsche Bank Berlin und die HR-Verantwortliche Daniela Wende.

Wollen wir nicht alle an einem Ort zusammen kommen, der uns bietet: Tageslicht, ästhetisch hochwertige Umgebung, viel Freiraum über dem Kopf für gute Gedanken, ein einmaliges Ambietente, keine auf Platzersparnis optimierten Tische und Stühle?

Das Gegenteil von dieser Dorint-Maritim-Konferenzraumkultur eben.

Die anderthalb Tage des Quartera-Kongresses verkörperten wieder einmal Aufbruch, Zukunft, Umbruch – das Signal an Hochschulen und Wissensgestalter in Unternehmen, dass Quartera der Ort ist, an dem die Zukunft der Schnittstelle Hochschule-Unternehmen geschaffen wird.

Aus den anderthalb Tagen ergab sich diese Quartera-Agenda, die ich den Teilnehmern als Kurz-Briefing mit auf den Weg zurück an ihren Wirkungsort gab:

  • Setzen Sie die Expedition fort. Der Umbruch fordert den pionierhaften Aufbruch. Wir werden Neues entdecken, in unwegsames Gelände geraten, scheitern, Irrwege gehen, uns anstrengen und mehr als einmal die Ärmel hockrempeln müssen, auf dem Weg Dingen begegnen, die uns schräg, nerdy und prima vista gehtnichtmäßig erscheinen. Das alles ist aber das Indiz dafür, dass wir richtig unterwegs sind.
  • Verschieben Sie die Grenze. “Unternehmen brauchen die Außen-Sicht”, wie es Daimler-Personavorstand Wilfried Porth auf meine Frage hin fomulierte. Weniger Make und mehr Buy in der firmeneigenen PE tut jedem Unternehmen gut. Die Aufteilung ist nicht festgeschrieben, es ist Aufgabe der Stakeholder, sie in diese Richtung zu verschieben.
  • Denken Sie, wie Google es tut. 10x-Denkweise geht so: Nicht: “Wie können wir nächstes Jahr 4% besser, 5% größer werden?”, sondern: “Was müssen wir heute tun, wenn wir in Zukunft 10x größer, 10x besser werden wollen?”.
  • Digitalisieren Sie es – intelligent! (Siehe Digital Concert Hall, auch eines meiner Themen auf dem Quartera Kongress). Sonst macht es ein anderer Spieler am Markt. Alles, was digitalisierbar ist, wird auch digitalisiert. Wie es geht? Das ist pionierhaft, dafür gibt es kein Vorgehen nach Handbuch. Probieren, Testen! Wichtig: Digitalisierung ist nicht alles. Das klassische Symposion stirbt keineswegs. Aber ohne Digitalisierung ist alles nichts.
  • Machen Sie ein internes Projekt: Was können wir von der Benchmark lernen, die uns die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker liefert?

Dann habe ich noch diese Punkte: Revolution der Arbeitsformate. Scientific Community. Lernen erlebbar machen. Dazu zu gegebener Zeit mehr.

Q14 | Quartera Kongress | Berliner Philharmoniker | Was Hochschulen und PE vom digitalen Konzertsaal lernen können

27. November 2014

von Axel Gloger

Als ich vor anderthalb Jahren Robert Zimmermann traf, war mir sofort klar:

Der Mann repräsentiert das Besondere, eine seltene Fallstudie für einen durchdachten und gelungenen Aufbruch einer alten Offline-Marke in die Online-Welt. Die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, Zimmermann ist der Geschäftsführer dort.

Ich lud ihn als Keynote-Speaker zum diesjährigen Quartera-Kongress ein und freue mich mit den 130 Quarterianern, dass er meinem Ruf so sympathisch gefolgt ist. Hier die Eckpunkte seiner Fallstudie, die er gestern vortrug:

135 Konzerte im Jahr. Mehr können die Berliner Philharmoniker im Jahr nicht produzieren. Hinzu kommen Proben, Reisen. Das ergibt 300.000 Besucher, in der Internet-Sichtweise: Visits. Das entspricht 100.000 Menschen, die in den Genuss eines Konzerts kommen – weil es Abonnenten und Mehrfachbesucher gibt.

Kein Potenzial für Wachstum. Eine nicht vermehrbare Ressource. Die Beschränkung der Offline-Welt!

Heute ist das anders. Das Weltklasse-Orchester betreibt den digitalen Konzertsaal – ein von den Philharmonikern komplett in Eigenregie entwickelter Verbreitungskanal für die Musikinhalte.

Interessant: Der Blick in den Anforderungskatalog, den die Berliner Philharmoniker aufstellten – denn was der digitale Konzertsaal bringen muss, können wir 1:1 auch auf den digitalen Hörsaal oder digitalen Seminarraum übertragen.

Hier die Liste:

  • Bild + Ton in hoher Qualität. Ton und Bild sollen besten Standards folgen.
  • Der virtuelle Konzertsaal solle eine sinnliche Erfahrung vermitteln, nicht nur Inhalt transporieren.
  • Orchester und Zuschauer dürfen durch die Aufzieichung nicht gestört werden. Kein grelles Extralicht, keine Geräusche durch bewegliche Kameras
  • Alles Material wird online gestellt – jedes Konzert einer Saison geht auch in den digitalen Konzertsaal.
  • Die Zuschauer im Netz sollen gezeigt bekommen, was die Berliner Philharmoniker sind (USP, nachvollziehbare Alleinstellung nachweisen).
  • Inhalt gegen Geld. Kein Verschenkkanal, sondern Value for Money.

Für uns auf dem Quartera Kongress war sofort erkennbar: Perfektion, unbedingte Konsequenz und Kontrolle der Wertkette sind für die Verbreitung der Marke wichtig. Die Philharmoniker sind auf ihrem Markt ein Champion, also muss auch der neue Verbreitungskanal Champions-Klasse sein. Keine Abstriche.

Das ist ein strategischer Unterschied zu dem, was sonst gemacht wird. “Irgendwas mit Internet” oder “So schnell wie möglich in Social Media” sind die üblichen Ansagen. Dann wird eben irgendwas gemacht – Folge sind missglückte Aktivitäten, tote Webpräsenzen, ausbleibende Klicks und ein beschädigter digitaler Ruf.

So also besser nicht!

Sondern kontrollierte Qualität mit einem Markenerlebnis in der digitalen Welt. Keine wilden Raubkopien auf Youtube, nur kontrollierte Verbreitung mit einer gut ausgedachten Bezahlschranke, hier geht es um richtiges Geld:

12-Monats-Ticket kostet 149 Euro (65 Prozent der Verkäufe), Monatsabonnement 14,90 Euro pro Monat fortlaufend (30 Prozent der Verkäufe). Dazu als Appetitanreger der Einstiegskanal: 30-Tage-Pass für 19,90 Euro, 7 Tage für 9,90 Euro (5 Prozent der Verkäufe).

Für die A-Player auf dem Bildungsmarkt ist die Digital Concert Hall die Benchmark. Sie zeigt uns, worauf zu achten ist: Qualität, Marke, Kontrolle. Für den Erfolg des Unternehmens spricht: 20.000 aktive Tickets (bei 520.000 registierten Nutzern und 290.000 Abonnenten des Newsletters).

Q14 | Quartera Kongress | Incore-Studie | Heiko von der Gracht gibt Einblicke in die Weiterbildung von morgen | Neue Inhalte, neue Formate

26. November 2014

von Axel Gloger

In Umbruchzeiten lohnt der Blick auf die aufkommenden, neuen Trends besonders.

Der Blick auf dieses Feld verschafft genau jene Einsichten, die für das Verständnis des Lernens von morgen nötig sind. Prägende Kräfte: a) Die Digitalisierung ist der größte Treiber für die Veränderungen von morgen, b) künstliche Intelligenz verändert wie Welt – auch jene der Bildung, c) die vierte industrielle Revolution bringt neue Anforderungen an das Lernen von Berufstätigen mit sich, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich neuer, leistungsfähiger Formate.

Heiko von der Gracht lieferte beim Quartera Kongress in Berlin heute wichtige Einblicke dazu.

Er ist Leiter des Thinktanks für Zukunftsmanagement des Institute of Corporate Education (Incore). Dieses neu gegründte Institut wird von KPMG gesponsort. Auftrag: Pionierhafte Formate für berufliche Weiterbildung von Hochschulen entwickeln und umsetzungsreif für die breite Nutzung in Unternehmen machen.

Wesentliche Punkte aus seiner Studie, die er beim Quartera-Kongress vorstellte, in Zahlen:

87 Prozent der befragten Unternehmen sagen: Es gibt erhöhten Bedarf für Investitionen in Weiterbildung. 31 Prozent sind mit den derzeitigen Programmen zufrieden.

Wichtig sind aus meiner Sicht außerdem einige qualitative Ergebnisse, die auf Handlunsgfelder von morgen hindeuten:

  • Weiterbildungsverantwortliche in Unternehmen sind sich ihrer Schlüsselrolle bewusst. Ihre Auswahl von Partnern  folgt der Vorgabe “Qualität vor Preis”. Sie sind sich des langfristigen Wertbeitrages von Corporate Education bewusst.
  • Vernetztes Denken wird als Querschnittskompetenz stark an Gewicht gewinnen. In Zeiten rascher Veränderungen und schneller Neuaufstellung von Wertketten ist vernetztes Denken bei den Gestaltern von Unternehmen eine Conditio sine qua non.
  • Lässt sich vernetztes Denken trainieren? “24 Prozent der Unternehmen sagen: Das geht nicht”, beschreibt Heiko von der Gracht eine verbreitete Einschätzung aus der Studie. Es wird Aufgabe der Personalentwicklung von morgen sein, diese Hürde zu überwinden – und die Fähigkeit zum vernetzten Denken zu einem breit verfügbaren Asset im Unternehmen von morgen zu machen.

Überdies von zentraler Bedeutung: Reuturn on Education (RoE) wird zu einer Stellgröße bei den Fragen nach dem “Was?”, “Wie?” und “Wieviel?” von Weiterbildung.

Stakeholder wie die Geschäftsführung, das Controlling, die Eigentümer und andere werden hier in RoE messbare Nachweise fordern.

Hier sind die Personalentwickler und Gestalter von Weiterbildung in der Pflicht, sich der in vielen Unternehmen gut etablierten KPI-Denkweise anzuschließen: “Ohne einen Wirkunsnachweis, der über den Standard-Evaluationsfragebogen deutlich hinaus reicht, wird es in Zukunft nicht mehr gehen”, so Incore-Vordenker von der Gracht.

Q14 | Quartera Kongress | Am Beispiel Daimler-ESMT | So funktioniert die Schnittstelle Unternehmen-Hochschule

26. November 2014

von Axel Gloger

Zwei Seiten des Marktes: Jörg Rocholl, Präsident der European School of Management and Technology (ESMT) und Wilfried Porth, Personalvorstand der Daimler AG, trugen beide zum Podium bei. Thema: “Personalentwicklung für Führungskräfte – was macht den Erfolg aus?”. Ich hatte das Vergnügen, beide beim Quartera Kongress zu moderieren. Hier meine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Grundthema: Unternehmen und Hochschulen brauchen einander in Zukunft mehr denn je.

Für lebenslanges Lernen sind die Hochschulen der natürliche Partner. Sie sind im Geschäft der Wissenskreation, die Unternehmen sind auf der Seite der Wissensverwerter. In der Wissensökonomie wird es nicht mehr ohne den Beitrag der Hochschulen gehen – ihnen kommt die Aufgabe zu, die Mitarbeiter für die Anforderungen der Wertschöpfung von morgen zu qualifizieren.

Das Setup: Die Hochschule ist der Zulieferer für den Rohstoff Wissen.

Hier ist intensives Kümmern um die Gestaltung der Schnittstelle wichtig. Denn der heutige Standard reicht nicht. Die Hochschule spricht von “customized” – und was bekommt der Kunde? Den Zugang zur Bildungsmarke, einen bekannten Professor, seinen Standard-Inhalt und eine hohe Rechnung.

Das aber reiche für das Lernen von morgen nicht, stellte ESMT-Präsident Rocholl zutreffender Weise fest. Die Hocbschule ist  dann als Partner willkommen, wenn sie wirklich versteht, wie ihr Wertbeitrag zu gestalten ist, der das Unternehmen des Kunden besser macht. Dafür braucht es:

  • Key-Account-Denkweise. One Face to the Customer, hier sollte eine Schnittstelle etabliert sein, an der die Fäden zusammen laufen und die jederzeit weiß, was der Kunde als nächstes braucht.
  • Auf Seiten der Hochschule Mitarbeiter, die die Antriebskräfte des Unternehmens verstehen. Idealerweise hat dieser Typus Hochschulmitarbeiter zwei Erfahrungshintergründe. Er sollte aus eigenem beruflichen Wirken die Welt der Unternehmen kennen – und eben auch jene der Hochschulen.
  • An den Bedarf des Unternehmens angepasste Übermittlungsformate, von Just-in-Time-Häppchen bis zu High-Impact-Präsenzseminaren.
  • Co-Kreation für die Weiterentwicklung des Programms. Realitäten und Anforderungen der Unternehmen entwickeln sich ständig weiter. Hier sollte das Programm ständig aktualisiert und weiterentwickelt werden.

Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth erläuterte den Teilnehmern des Quartera-Kongresses, wie wichtig es ist, dass die Hochschulen auf die spezifischen Belange der Personalentwicklung eingehen – in Inhalt und Format.

Am Beispiel von Daimler:

In der Produktion sind seit jeher Qualitätssicherung, Standards und weltweite Skalierbarkeit wichtig. Dasselbe gilt auch für Hochschulen, die für die Personalentwicklung einen Beitrag leisten wollen. Sie sollten in der Lage sein, das benötigte Wissen

  • in gleichbleibender Qualität
  • an wechselnden Orten,
  • zu wechselnden Zeiten
  • für eine Vielzahl von Teilnehmern und
  • in individuell auf den Bedarf des Kunden abgestimmten Formaten zu liefern.

Schlüssel zu einer erfolgreichen Schnittstelle: Nicht nur die Inhalte sind wichtig, sondern auch Prozesse, die den Bedarf des Kunden spiegeln.

Trendforum 2014 | Innovation, Technologie | Kompaktes Briefing zu dem, was kommt

20. November 2014

von Axel Gloger

Sie suchen ein kontinulierliches Update zu Trendthemen?

Sie wollen sich bei der Ausforumung Ihrer Strategie gute Impulse, Anstöße und intern noch nicht gedachte Gedanken zuliefern lassen? “Nutzen Sie den Trendscanner“, rief mir kürzlich ein Kollege zu – ich bin ihm für diese treffende Werbung sehr dankbar.

Was ich derzeit beobachte: Die horizontale Einsamkeit ist sehr, sehr groß.

Jeder von uns ist gut in seinem Fachgebiet, hier ist der Grad der Exzellenz in den letzten Jahren stark gewachsen. Unsere Unternehmen sind voll mit diesem Typ Expertise – guten Leuten, die sich in ihrer Sparte (oder soll ich sagen: in ihrem Silo?) sehr gut auskennen.

Auf der Horizontalen dagegen ist das ganz anders.

Für den weiten Blick auf das, was kommt, fehlen die zeitlichen Ressourcen. Unser Alltag mit im Zweifel 24/7-Verfügbarkeit hat das Horizontale nicht gestärkt. Heute fließen alle Energien in die Tiefbohrung: in meinem Geschäft, in meinem Fach noch besser werden, verdichten, vertiefen.

Was dabei auf der Strecke blieb, ist der Rundumblick.

Wenn Sie den wiedererlangen wollen, ist nicht nur die regelmäßige Nutzung des Trendscanner eine gute Empfehlung. Eine weitere: Nutzen Sie den offline-Austausch, lassen Sie sich briefen und inspirieren zu den wichtigsten Trendthemen aus Innovation und Technologie.

Idealer Ort aus meiner Sicht:

das Trendforum, dieses Jahr wieder in München, reservieren Sie sich den 03./04. Dezember, hier bekommen Sie in nur anderthalb Tagen etwas, was Ihnen ein Jahr Büro nicht liefert – eben die Anstöße und Einblicke zu den wichtigsten Trends, die uns heute alle bewegen.

Ich würde mich freuen, wenn wir uns persönlich begegnen.

An den zwei Tagen in München wirke ich als Moderator und Chairman des Trendforums. Als Bonbon kann ich Ihnen anbieten: 10 Prozent Rabatt auf die Teilnehmergebühr für Nutzer des Trendscanner, geben Sie bei der Buchung bitte den Code “Axel” an.

Trendforum 2014 | Die Chancen-Ökonomie der wearable Devices | Überall dabei, immer im Netz, immer weniger sichtbar

19. November 2014

von Axel Gloger

Schauen Sie sich das Telefon an. Unsere Eltern-Generation hatte den Apparat im Flur. Oft war er an der Wand montiert. Die Altvorderen werden sich noch an den T&N Wandapparat Modell E erinnern.

Für all das gilt: long gone, lange vorbei! Aber der Blick auf das, was war, macht den Trend deutlich:

Das Telefon kam uns im Laufe der Jahre immer näher. Erst wird es durch das Kabel mobilisiert, dann steht es plötzlich im Wohnzimmer statt im Flur, dann ist es ein Drahtlosgerät, das überall im Haus mitgenommen (und verloren …) werden kann.

Den Rest der Entwicklung kennen Sie. Das Telefon ist zur Fernbedienung unseres Alltags mutiert.

Wir haben es als Smartphone immer dabei. Always on. Sprachtelefonie ist gar nicht mehr wichtig. Meine Assistentin z. B. zeigte mir neulich ihr neues Smartphone. Die Telefonfunktion hat sie nicht einmal mehr auf ihrem Aufschlagbildschrim.

Dafür ist das Gerät jetzt ein wearable Device. Es ist wie Kleidung. Wenn wir es nicht dabei haben, fühlen wir uns irgendwie nackt.

Miriam Meckel, die Medienforscherin als St. Gallen und heute ChR der Wirtschaftwoche, machte uns mit diesem Gedanken vertraut. Ihr Selbstbekenner-Buch “Das Glück der Unerreichbarkeit” ist ein intellektueller Meilenstein dieser Diskussion.

Wie geht es weiter? Fest steht aus Sicht des Trendscanner schon heute:

Die Entwicklung und der große Aufschwung der Wearables hat gerade erst begonnen. Weil die technologischen Zutaten für neue Geräte und Funktionen so klein und immer billiger werden und der Always-on-Modus kaum noch den Rauminhalt einer Streichholzschachtel braucht, werden wir hier in Zukunft noch Großes sehen. Chancen, Chancen!

Wenn Sie in diese Welt mehr eintauchen wollen, hier meine Empfehlung:

Am 03. Dezember wird Mark Curtis von Fjord den Stand der Dinge zum Thema Wearables vorstellen. Ich habe ihn als Gast beim Trendforum, das ich als Moderator und Chairman unterstütze.

Er wird uns mit “Wearable Tech: designed to disappear” den passenden Impuls zur rechten Zeit geben.

Falls Sie buchen wollen, hier die Trendforum-Anmeldeseite. Geben Sie bitte den Code “Axel” an, als Leser des Trendscanner erhalten Sie damit 10 Prozent Nachlass auf die Teilnehmergebühr.

Trendforum 2014 | “3D-Druck – die neue Freiheit” | Wo nur Hype ist – und wo Sie Nutzen erwarten dürfen

19. November 2014

von Axel Gloger

Wir lesen dauernd von “Industrie 4.0″, heute stoße ich auf “Konsument 4.0″. Alles und Jedes wird heute Punktnullisiert. Das ist aber nur die Vorstufe zur Bedeutungslosigkeit. Immerhin steckt in Punktnull auch eine “Null” drin, also seien Sie gewarnt. Diese Themen könnten alsbald genau diesen Status annehmen.

Die interessanteren Blicke tun sich hinter diesen Schlagworten auf. Beispiel 3D-Druck. Hier haben wir im Moment einen Innovationschub, der an Fahrt gewinnen wird – in den Fabriken und FuE-Labors.

Hier werden Entwicklungszyklen um Größenordnungen verkürzt, weil ein neues Teil binnen Stunden oder Tagen statt binnen Wochen das Licht der Welt erblicken kann. Vom Bildschirm bis zum Prototypen mit nie gekanntem Tempo!

Ich habe im Trendscanner die Fallstudie aus der Autoindustrie vorgestellt: Hier, in den Entwicklungsabteilungen, sind die Teile aus dem 3D-Drucker eine echte Killer-App. Der Beschleuniger für die Entwicklung des Neuen.

Was dagegen nicht kommen wird:

Der 3D-Drucker, der neben dem Geschirrspüler in der Küche stehen wird. Für Haushalte ist die Technologie auf absehbare Zeit nicht attraktiv genug. Zu teuer, zu laut, zu umständlich sind die Geräte.

Zwar kann man, wie die Anhänger des 3D-Drucker-Hypes richtig sagen, auch einen neuen Teller aus dem 3D-Drucker zaubern. Aber für den Alltagsgebrauch dauert das zu lange (>20 min) und das Handling ist für unseren zeitknappen Lebenswandel zu umständlich.

Sie wollen mehr wissen?

Am 03. Dezember in München ist Gelegenheit dafür. Ich stelle Ihnen im Rahmen des Trendforums Peter Ebner von Peter Ebner and Friends vor. Er wird Ihnen mit seinem Vortrag “3D-Druck – die neue Freiheit” die Chancen und die Grenzen der Technologie zeigen.

Würde mich freuen, wenn Sie dabei sind.

Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch. Ich bin Moderator und Chairman der Konferenz, an beiden Tagen zugegen.

Falls Sie buchen wollen, hier die Trendforum-Anmeldeseite. Geben Sie bitte den Code “Axel” an, als Leser des Trendscanner erhalten Sie damit 10 Prozent Nachlass auf die Teilnehmergebühr.

TED | Was diese Konferenzmarke besonders macht | BCG bachte einen globalen TED-Anlass nach Berlin |

22. Oktober 2014

Von Axel Gloger

Gerade hatte ich zum ersten Mal das Vergnügen: Besuch einer TED-Konferenz. International hat die Marke TED sehr viel Aufmerksamkeit. Kluge Markenführung, die das Angebot aus dem Grau des fragmentierten Konferenzbetriebes abhebt.

Dazu die tausendfachen TED-Konservierungen im Netz, auf Youtube. Vorgehensweise: So multipliziert man das Gute einer Konferenz – und macht es allen zugänglich, die nicht extra hinreisen konnten. Wissensmobilisierung at it’s best.

TED ist TED, und wo das Original hinkommt, wird ein unglaublicher Hype kreiert. Erbschaft des New-Eco-Booms, automatische Coolnessvermutung. Die Boston Consulting Group (BCG) hat genau das gehebelt – den Leverage genutzt, wie die Berater sagen würden. TED@BCG, Location: Kosmos, 21. Oktober in Berlin.

Kundenkonferenz als TED-Format, was für eine gute Idee! Ich wüsste spontan einige Adressaten, die ihre Kundenanlässe mit diesem Format um 250 Prozent verbessern könnten.

20 Referenten werden durch einen Anlass geschleust, der um 11.30 beginnt und spitz 18.00 schon wieder vorüber ist. Wo haben Sie sowas schon mal erlebt? Der Moderator sprach denn auch am Ende des Anlasses den richtigen Gedanken aus: Wer, wie die 280 Teilnehmer, im 9- bis 15-Minutentakt Vorträge am Fließband serviert bekommt, erlebt am Ende etwas, das er “TED Crash” nannte – wir waren bis zum Rand mit Eindrücken gefüllt.

Meist perfekte Vorträge, frei gehalten, kein Tsunami mit Bullet-Point-Folien. Wohltuend.

Was ist das Besondere im TED-Format?

Die Veranstalter sehen den Anlass komplett aus der Perspektive des Kunden: Alles ist genau auf die Interessen und Erwartungen der Teilnehmer hin gestaltet. Perfekte Bühne, perfekte Beleuchtung, perfekte Regie. Wer hat das schon? Der amerikanische Business-Konferenzen-Anbieter hat es hier zu hoch stehender Exzellenz gebracht. Benchmarks für die Branche. Alles genau nach dem Perfektions-Handbuch.

Nur ein Beispiel:

Wo sonst sehen Sie einen Vortragenden ganz, also nicht hinter einem Rednerpult versteckt, vom Veranstalter hingestellt in idealer Position zum Publikum, und dann noch perfekt ausgeleuchtet, sodass die Botschaft des ganzen Menschen ins Publikum wirkt – nicht nur, wie sonst, ein paar klägliche Managerpowerpoints.

BCG hat das klug aufgestellt. So sieht man sich einen Kundenanlass gerne an. Bekannte und unbekannte Speaker von der Weltbühne. Sie sagten uns, was die Unternehmen demnächst revolutionär neu aufstellen wird.

Beispiel:

Eine VP von Paypal trug vor, warum Unternehmen sich auf das Verschwinden des Bargeldes einstellen sollten. Tolle Einsichten. Ich werde das demnächst mit den strategischen Implikationen im Trendscanner in der Tiefe aufgreifen.

Dazu kamen Auftritte von Beratern der BCG. Sie hatten eine andere Perspektive – haben über Studienergebnisse, Beratungsprodukte und Projekte von BCG informiert. Ebenfalls im TED-Format, kein Auftritt mehr als 9-14 Minuten.

Manche freilich sind unter den strengen Vorgaben des Formats durchgesegelt und haben sich nicht ganz dran gehalten: Ein paar Minuten Bullet-Point-Herunterbeten gab es auch. Die Beraterkultur hat eine hohe Prägekraft.

Der wesentliche Nutzen, den BCG mit der Konferenz zeigt, bleibt freilich: Dieses Format ist top. Es wird noch viel zu wenig genutzt. Für Unternehmer, die an der Umsetzung interessiert sind (“Wie Sie für Ihre nächste Kundenkonferenz mit dem TED-Format den Wirkungsturbo zuschalten”), werde ich im Trendscanner eine genaue Anleitung mit den sieben wichtigsten Schritten im Trendscanner bringen.

Weniger Verwirrung | Sich nicht blenden lassen von “Sozialkompetenz” und “Leadership” | Gespräch mit Katja Unkel

07. Juli 2014

von Axel Gloger

Dieser Tage sprach ich mit Katja Unkel. Sie ist Autorin. Bemerkenswertes Buch: “Sozialkompetenz – ein Manager Märchen”.

Sie hat das in eine gute These gepackt, was wir alle irgendwann schon gedacht haben: Mangel an Sozialkompetenz, warum? Jeder von uns hat auf seinem Weg ins Leben Schule, Erziehung, Interaktionserfahrungen, Sozialisation in Gruppen mitbekommen. Also sollte auch jeder Sozialkompetenz haben.

Dem ist so, wie Katja Unkel zeigt. Woher Ihr Konnex zum Thema? Sie ist Gründerin und Inhaberin von Dr. Katja Unkel “Managing People” mit Sitz in St. Gallen, Spezialgebiet:  Training und Coaching für Führungskräfte.

Und hier auszugsweise das Gespräch in den wesentlichen Gedanken:

Wir sollten den Leitenden jetzt eine Empfehlung zukommen lassen, wie man aus Leidenden zufriedene Mitarbeiter machen kann.

Meine Empfehlung: keine dieser Softskills-Seminare besuchen, auch keine der unzähligen Leadership-Bücher lesen, sondern an die Grundlagen gehen. Lernen, wie richtiges und gutes Management funktioniert. Solche Seminare sollten zum Beispiel „Management als Handwerk“ oder „Management als Profession: Grundregeln, Aufgaben, Werkzeuge“ heissen.

Und das wirkt?

Ja, sicher. Ich hatte selbst Gelegenheit, diesen Nachweis zu erbringen. In meiner Zeit als Personalentwicklerin ersetzte ich die abgeschafften Softskill-Trainings durch solche Angebote. Dieser Schritt war im Rückblick genau das, was die Organisation brauchte. Für die Manager übrigens ist das sehr heilsam.

Sie kommen raus aus Unschärfe und Verwirrung, die die Diskussion um „Sozialkompetenz“ immer hinterlässt. Auch „Leadership“ sollte mit Vorsicht betrachtet werden. Das sind Buzzwords ohne konkreten Inhalt. Wenn wir statt dessen von Management als beruflichem Handwerk sprechen, zeigen wir, dass es um sehr konkrete Dinge geht:

Wie bei einem, der Pilot oder Bäcker lernt. Der weiss ganz genau, welche Aufgaben er oder sie im Beruf zu erfüllen hat, welches Werkzeug zu benutzen ist, welche Fähigkeiten durch Training auszubilden sind und welchen Grundsätzen sein Tun folgt.

Auch im Management gibt es ein Set professioeller Regeln, Beispiele: Sorge für Ziele. Gib eine Richtung vor. Gib zeitnahes, sachliches Feedback. Wertschätze dein Gegenüber. Organisiere deine Einheit so, dass sie sich selbst organisieren kann. Solche einfachen Regeln sollte jeder Leitende kennen. Das würde Regalmeter praxisferner Softskills- und Leadershipratgeber überflüssig machen.

Was empfehlen Sie als ersten Schritt für einen Manager, der keine Zeit hat, in ein Training zu genen?

Ich würde raten: „Nehmen Sie ein geeignetes Buch zur Hand.“ Fredmund Maliks Klassiker „Führen, Leisten, Leben“ ist hier sehr konkret und hilfreich.

Dass wirksame menschliche Interaktion und Zielerreichung keine Softskill-Magie braucht, sondern einfachen Regeln folgt, hat auch Dale Carnegie gezeigt. Sein Buch „How to make Friends and Influence People. A Self-Help Book to interpersonal Relations“ ist griffig, praxisnah und passt auf den Arbeitsalltag. In der deutschen Übersetzung heisst der Titel „Wie man Freunde gewinnt“. Empfehlungen aus diesen Büchern zeigen: Wirksames Management funktioniert nach einer Art Standard-Betriebssystem – oder wie die Grammatik einer Sprache. Die wird ja auch nicht ständig neu erfunden, nur weil sich einzelne Begebenheiten ändern. Der Kern der Regeln bleibt.

Das hat uns übrigens auch Altmeister Peter Drucker klar gemacht. Seine Klassiker-Werke wie „Management – Tasks, Responsibilities, Practices“ oder „The Practice of Management“ zeigen dem Führungspraktiker genau das!

Mehr zum Thema in meinem Artikel, der in der “Handelszeitung” erschienen ist. Weiter –>