02. April 2013

Starten Sie mit uns! Werden Sie Nutzer von Über_Morgen – dem Blog zum Buch. Hier finden Sie aktuelle, praxisgetestete Zukunfts-Informationen. Alle Themen richten sich an Unternehmer. Deshalb der Mix: Strategie, Führung, Märkte, Kundenverhalten, Management und Beratung.

Axel Gloger ist Chairman der Denkfabrik Trend Intelligence. In der unternehmerischen Praxis ist er als Mitglied von Aufsichtsräten und Beiräten tätig. Überdies ist er Autor von Fachbüchern für Unternehmer sowie verantwortlicher Gestalter des Unternehmer-Informationsdienstes TrendScanner sowie Gründer dieses Blogs.

Das aktuelle LinkedIn-Profil von Axel Gloger finden Sie hier. Seine Vortragsthemen lesen Sie hier.

Der Markt hat lägst gedreht | Jetzt sind die Unternehmen auf der Bewerberseite | Die neue Praxis der Personalwerbung bei McDonald’s

20. Mai 2016

Von Axel Gloger

Bei den Azubi-Stellen spürt es das Unternehmen am stärksten: 1.000 Lehrstellen beitet McDonald’s pro Jahr an, die können schon lange nicht mehr alle besetzt werden.

Es herrscht Ebbe am Arbeitsmarkt, Bewerber sind oft Mangelware.

Der Arbeitsmarkt hat gedreht – der Bewerber ist nicht der Mitarbeiter, sondern das Unternehmen. “Wir als Arbeitgeber müssen uns dem Bewerber anbieten”, sagte Personalvorstand Gabriele Fanta, als sie gestern in Berlin die neue Arbeitgeber-Kampagne von McDonald’s vorstellte.

Interessanter Claim der Kampage: “Was geht? Arbeiten, wie du bist.”

Das Unternehmens steht an einem der Brennpunkte des Arbeitsmarktes. 7.000+ Neueinstellungen fallen pro Jahr an – das sind so viele, dass jeder neue Trend hier schon sichtbar ist lange bevor er bei anderen Unternehmen ankommt.

Deshalb ist das, was der Schnellgastronomie-Dienstleister tut, vorbildhaft für viele andere Unternehmen. Diese 3 Punkte sind wichtig:

1. Nichtkonventionell rekrutieren. “Wir wollen auch Bewerber integrieren, denen das fehlt, was in das traditionelle deutsche Karrieremuster führt”, erklärt die Personalvorständin.

Sprich: Arbeitgeber, schaut nicht nur auf Abschlüsse und Schulnoten – denn an diesem Filter scheitert mancher Bewerber, der sich später als Talent erwiesen hätte. Bei Flüchtlingen, Einwanderern, Bewerbern mit Patchwork-Schullaufbahnen, die ins Beschäftigungsleben strömen sollte mit anderem Maß gemessen werden:

Hier kommt es darauf an, was die Bewerber an Können, persönlichen Fähigkeiten und Willen einbringen – nicht auf die Durchschnittsnote des letzten Zeugnisses oder Häkchen auf der Karrierepunkte-Checkliste mit Auslandspraktika und Co.

2. Beste Prozesse anbieten.Eine Bewerbung auf der Karriereseite muss heute so einfach und selbsterklärend sein wie ein Einkauf bei Amazon. Ein paar Klicks – und fertig. “Die Karriereseite soll es den Bewerbern einfach machen”, beschreibt die oberste McDonald’s-Personalerin das Credo.

Alles, was kompliziert, umständlich und nur mit vielen Klicks und Uploads zu bedienen ist, schreckt Stelleninteressierte ab. Das dient weder dem suchenden Unternehmen, weil es durch komplizierte Web-Prozesse Bewerber verliert, noch den Bewerbern.

3. Deckungsgleichheit von Aussagen in der Arbeitgeberwerbung und der gelebten Unternehmenskultur herstellen. Vorne hui, hinten pfui, damit kommen Arbeitgeber in einer Welt nicht weiter, in der Bewerber das Sagen haben.

Jede Rekrutierungskampagne ist heute nur so gut wie die gelebte Unternehmenskultur dahinter.

Deshalb sollte Personalwerbung bei allem Wettbewerbsdruck auf dem Arbeitsmarkt nur die Dinge versprechen, die die Jobs im Alltag auch einlösen.

Deshalb: “Beispiele von echten Mitarbeitern in der Personalwerbung zeigen, keine Models mit gestylten Werbeaussagen”, beschreibt Personalerin Fanta das Vorgehen, das hier ratsam ist. Authentizität zählt.

Wichtig: Wer versucht, Bewerbern über die Personalwerbung ein X für ein U vorzumachen, bekommt die Quittung für dieses Übermarketing spätestens bei der nächsten Arbeigeber-Bewertung auf Portalen wie Kununu:

In Zeiten der digitalen Transparenz sollte man in der Mitarbeiterwerbung keine Welten aufbauen, die es im Unternehmen so nicht gibt. Die frustrierte Neueinstellung von heute ist die Kündigung von morgen.

BDU: Trends Beratungsmarkt 2015-2016 | Wachstum ohne Ende | Was sich für Beratungskunden ändert

24. Februar 2016

von Axel Gloger

Heute wurde vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) die jährliche Trendstudie vom Beratungsmarkt vorgestellt. Die Consultingbranche befand sich auch im Jahr 2015 weiter im Aufwind, das Wachstum des Beratungsmarktes soll im Jahr 2016 weiter gehen.

In Zahlen:

Um  7,0 Prozent wuchs der Umsatz der Unternehmensberater im Jahr 2015 – auf 27 Mrd. Euro. Damit hat sich die Beratungsbranche nach Umsatz seit dem Jahr 2006 fast verdoppelt (alle Zahlen: BDU-Marktstudie “Facts & Figures”).

Auch für das Jahr 2016 wird sich das Thema “Der Consultingsmarkt wächst und wächst” fortsetzen. “Die Zuversicht bleibt erhalten”, sagt Hans-Werner Wurzel, Präsident des BDU.

Was gibt es Neues für die Kunden von Unternehmensberatern? Was bedeuten diese Entwicklungen für Käufer von Beratungsleistungen?

Dazu diese drei Punkte aus Kundensicht:

1. Schnellen Marktüberblick bekommen, Shortlists von geeigneten Beratern bekommen. Viele Dienstleistungen lassen sich heute bereits über Internet-Portale einkaufen. Diese stellen Preis- und Anbietertransparenz her. Auch für Unternehmensberater-Leistungen etablieren sich diese Portale.

Sie sind besonders dann geeignet, wenn sich ein Kunde, der mit dem Einsatz von Beratern relativ wenig vertraut ist, einen Überblick darüber verschaffen will. Wer bietet was? Wer kann was? Wer ist überhaupt zum Thema am Markt?, Fragen dieses Typs lassen sich über die Beraterportale relativ schnell klären.

2. Hochwertige Wissensarbeit einkaufen, ohne sich an deren Fixkosten zu binden. Typische Situation in vielen Unternehmen: Die Personaldecke ist dünn. Bei Zusatzaufgaben, Projekten, Wachstumsvorhaben müsste man eigentlich neue Mitarbeiter einstellen. Dagegen spricht die Last der Fixkosten (was tun mit den Mitarbeitern, wenn das Projekt zu Ende ist) und die zunehmende Komplexität in der Führung.

Als Alternative wird von vielen Unternehmen die Unternehmensberatung genutzt: Auftrag erteilen, Projektteam arbeiten lassen, sobald die Aufgabe erledigt ist: Ende der Veranstaltung. Keine weiteren Kosten.

Diese Praxis erinnert an Zeitarbeit für gewerbliche Berufe.

Über den Auftrag an Unternehmenberatungen ist ein ähnliches Format realisierbar – Expertise und Umsetzungskompetenz können kurzfristig zugeschltet werden, ganz gleich ob Einzelpersonen oder ganze Beraterteams an Bord kommen. Kosten entstehen nur, solange das Projekt andauert.

3. Den Berater mit ins Risiko nehmen. Häufig geht es in Beratungsprojekten um den Aufbau neuer Geschäfte, neuer Geschäftsmodelle oder um Wachstumsprojekte.

In der alten Welt trug hierfür das auftraggebende Unternehmen allein das Risiko. Der Berater wurde nach den üblichen Sätzen zum Festpreis oder nach Stundensätzen bezahlt und konnte sich aus dem Projekt ohne die Last eines Risikos verabschieden.

Das ist heute anders: Viele Beraterkunden rechnen ihren Consultant nach dem Pay-as-you-Grow-Modell ab. Die Praxis funktioniert so:

“Man fängt mit einem geringen Einstiegspreis an”, beschreibt BDU-Präsident Hans-Werner Wurzel den neuen Abrechnungsmodus, “und wenn es dann gut läuft, teilt man sich den Erfolg.” Auf diese Weise tragen Kunde und Berater das Risiko für den Ausgang des Projektes gemeinsam.

3D-Druck | 1x erlebt = Chancen verstanden | Einladung zum Workshop | 17.11.15 in Berlin

29. September 2015

Von Axel Gloger

Hatten Sie schon einmal ein Werkstück in der Hand, das aus dem 3D-Drucker kam? Ich nutzte kürzlich in Berlin die Gelegenheit.

Der Inhaber eines 3D-Betriebes zeigte mir, was schon heute geht: Ersatzteile für Maschinen, Demos für den Vertrieb, Architekturmodelle, Modeschmuck, ein filigranes Modell des Eiffelturms, Zahnräder, Figuren, dreidimensionale Firmenlogos.

Beeindruckend!

3D-Druck als Zukunftsthema zeigt, wie wichtig persönlicher Augenschein ist. Durch das direkte Erleben lässt sich sofort verstehen, was durch ein paar Mausklicks am Schreibtisch nie möglich gewesen wäre.

Ich darf Sie einladen, dieses Erlebnis mit mir zu teilen:

Am 17. November führen wir einen Exklusiv-Workshop durch, in der Internet-Metropole Berlin, direkt in einem 3D-Druckbetrieb, wo Sie Chancen und Möglichkeiten eins zu eins erleben können. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind.

Information und Anmeldung hier. Ich würde mich freuen, Sie in Berlin zu sehen!

Mit dem Trendscanner unterwegs | Neuer Workshop am 17.11.2015 | 3D-Druck in der Internet-Metropole Berlin

29. September 2015

Von Axel Gloger

3D-Druck wird viele Branchen prägen. Er bringt Chancen für Geschäftsmodelle, macht Entwicklungsaufgaben einfacher, schneller und kostengünstiger, bringt Innovationen in Vertrieb, Marketing und Fertigung.

Wie angekündigt veranstaltet der Trendscanner den „Workshop 3D-Druck“ für Unternehmer, die Chancen der neuen Technologie erschließen und Risiken rechtzeitig erkennen wollen.

Das Angebot: unser Kompakt-Workshop.

Wir vermitteln in verständlicher und kurzer Form die Basics des 3D-Drucks: Hardware, Software, Materialien, zeigen Fallbeispiele erfolgreicher kommerzieller Nutzung, zeigen 3D-Design und 3D-Druck in einer Live-Demonstration an der Maschine für jeden Teilnehmer, geben Einblick in Kosten und Kalkulationsgrundlagen.

Wichtig zu wissen:

3D-Druck ist eine neue Querschnitts-Technologie. Sie wird z. B. der Entwicklung von Prototypen, dem Bau von Ersatzteilen, vielen Spezial-Anwendungen und Fertigungsprozessen (in Handwerk und Industrie) neue Chancen eröffnen. Überdies gibt es zahlreiche Fälle erfolgreicher kommerzieller Nutzung auch in Marketing und Vertrieb.

Außerdem bleiben für in Ihrem Interesse nüchtern am Thema. Wir wollen Sie nicht in einen Hype locken – sondern mit Blick auf das heute schon Mögliche heraus arbeiten, was machbar ist und was nicht.

Denn 3D-Druck hat auch einige Irrwege und Sackgassen, von denen heute schon klar ist: da gibt es keine Perspektive. Auch das werden wir Ihnen offen legen – damit Sie eine sichere Entscheidungsgrundlage haben, wo Sie in Zukunft die Chancen von 3D-Druck für Ihr Geschäft erschließen können.

Dieser Workshop richtet sich ausschließlich an Teilnehmer aus der Unternehmenspraxis. Besonderheit:

Sie können alle Inhalte direkt 1:1 nachvollziehen. Wir sind den ganzen Tag in einem 3D-Druck-Betrieb und haben Gelegenheit, alle Themen mit direktem Blick auf die Anwendung zu klären. Die Druckmaschinen für den 3D-Druck sind für uns zugänglich.

Raum für Ihre Fragen ist gegeben, wir führen den Workshop für max. 10 Teilnehmer durch.

Ihre Experten:

  • Frank Buschenhagen, Geschäftsführer Blueprint 3D,
  • Axel Gloger, Chairman Trend Intelligence,
  • Ramon Kormann, 3D-Designer und Entwickler.

Informationen für Teilnehmer:

  • Kompaktes Format
  • Workshop ganztags direkt in einem 3D-Betrieb,
  • 17.11.2015 in Berlin-Wilmersdorf,
  • 10 bis 16.30 Uhr.
  • Ihre Investition: 565 Euro, für Trendscanner-Abonnenten Sonderpreis 399 Euro (jeweils zzgl. MWSt),

Buchung bitte per E-Mail: axel.gloger@trendscanner.biz

Was der Preiswettbewerb am Beratungsmarkt für die Kunden bedeutet | Neuer BDU-Branchenüberblick

24. Februar 2015

von Axel Gloger

Vor einiger Zeit sprach ich mit dem Chefeinkäufer für Beratungsleistungen. Tätig bei einem der großen Versicherungskonzerne.

Bei meiner Frage nach den Preisen für Beratungsleistungen sagte er mir: “20 Prozent Nachlass sind immer drin.” Seine Botschaft: Angebot von Unternehmensberatern sind verhandelbar.

Mit dem Wissen von heute können wir das aufrecht erhalten.

Zwar wächst der Beratermarkt, die Consultants freuen sich über die andauernde stürmische Expansion ihres Marktes. In Zahlen: Für dieses Jahr rechnet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) mit einem Marktplus von 7,4 Prozent. Besonders gut schneiden die mittelgroßen Beratungsgesellschaften ab.

Aber die Preise:

Offenbar lohnt es sich für Kunden, gut zu verhandeln. Aus Beratersicht sieht das so aus: “Es gibt einen ziemlich heftigen Wettebwerb”, so Hans-Werner Wurzel, Präsident des BDU, heute auf meine Frage.

Wenn Beraterleistungen als Commodity wahrgenommen würden, sei der Preis entscheidungsbildend beim Kunden. Unsere Schlussfolgerung: Bei wenig spezialisierten Projekten, die von vielen Consultingunternehmen angeboten werden, lohnt sich also die Verhandlung der Angebote.

Anders ist das offenbar nur, wenn ein Beratungsunternehmen eine Alleinstellung bei einem bestimmten Thema hat, etwa Pricing oder Markterschließung.

Aber mit dem Preisdruck kann die Branche recht gut leben. Das zeigt der Blick in die neuen Zahlen des BDU. Danach wird das Geschäft der Berater dieses Jahr bei 27 Mrd. Euro landen. Allein das Wachstum dieses Jahres (plus 1,8 Mrd. Euro) ist so groß, als würden 1x BCG und 1x Roland Berger neu hinzu kommen.

Das sind recht komfortable Verhältnisse.

Welche andere Branche kann schon auf ein derart rasches und andauerndes Wachstum zurück blicken? Nur im Jahr 2009, dem großen Finanzkrisenjahr, gab es einmal eine Atempause. Ansonsten kennt das Geschäft der Consultants nur eine Richtung: aufwärts.

DLD15 | Starke Kräfte für die Abschaffung des Bargeldes | Die Cashless Society ist auf dem Weg

20. Januar 2015

von Axel Gloger

Diskussion mit Stakeholdern des Mobilfunkgeschäfts, dieses Mal aus den Emerging Markets. Nigeria und Indien sind die Prototypen.

Hoher Anteil von Menschen ohne Bankkonto und ohne Kreditkarte. Bargeldgetriebene Gesellschaften, hohe Transaktionskosten für die Abwicklung von Zahlungen.

Beispiel: Um die Rechnung seines Kabelnetzbetreibers zu bezahlen, muss mancher Nigerianer 3 Stunden im Dauerstau irgendwo hinfahren, nur um diese Transaktion zu tätigen.

Die Lage: hohes Interesse daran, hier mehr Effizienz herzustellen. Je mehr die Mobilfunkdurchdringung ständig steigt, wird es lukrativ, die Goldbörse und das Smartphone zu fusionieren.

Die Geldbörse soll überflüssig werden, es bleibt das Smartphone als Kontaktmittel in die digitale Welt – und als Bezahlsystem.

Pago ist eines der Bezahlsysteme via Mobilfunk. Es erobert derezeit den nigerianischem Markt und wird dann Afrika erobern.

Das Geschäftssystem tendiert zu einem natürlichen Monopol. Wie bei Google: Der erste und aggressivste Spieler bekommt den Gesamtmarkt.

Folge: In Afrika entsteht eines der Modelle für das Bezahlen der Zukunft. Es kommt von einer Nichtbank. Wenn es in Afrika funktioniert, wird es auch Prägekraft für andere Emerging Markets haben – und auch den etablierten Volkswirtschaften des Westens dabei helfen wird, aus der Bargeldwirtschaft heraus zu kommen.

Unsere Prognose: “Why cash is bad” wird zu einer akzeptierten These.

Einer der Gesprächspartner hier bei der DLD Conference stützte das wie folgt: 2-3 Prozent des BIP der EU-Länder gehen für das Handling des Bargeldes drauf. Diesen Kostenblock wollen die Internet-Innovatoren angreifen.

In dem Maße, wie diese Kosten verschwinden, werden freilich neue entstehen, die wir alle zu tragen haben: Wieder ein Stück Privatsphäre verloren, wieder ein Stück mehr Allmacht des Staates, wieder ein Stück Freiheit weg.

Tags: #DLD15, Digital Life Design, DLD Conference, Bargeld, Cashless Society

DLD15 | Uber-CEO hat neuerdings Kreide gefressen | Travis Kalanick will das Muster ein Mensch-ein Auto durchbrechen

18. Januar 2015

von Axel Gloger

2x eindrucksvoll. Heute versucht der Uber-CEO Kalanick eine Charme-Offensive.

Er will den europäischen Markt knacken, also muss er freundlich zu den Europäern sein. Den Anfang macht seine flammende Rede: Uber befreit den Taxi-Kunden aus der regulierten Welt. Letztes Jahr hatte er es an gleicher Stelle, der DLD Conference,  mit Angriffs-Rhetorik versucht. Das kam bei den Europäern nicht so gut an.

Deshalb die Wende, der Köder muss dem Fisch schmecken.

Seine Botschaft: Die Taxi-Branche verhindert Kunden-Nutzen mit absurden Regulierungen. Indiz: Nach dem Markteintritt von Uber in San Francisco, dem Ort der Gründung des Unternehmens, hat sich der Taximarkt mehr als vervierfacht. Vor Uber 120 Mio. Dollar, nach Uber 500 Mio. Dollar plus das traditionelle Taxi-Geschäft.

Die Gründer-Legende von Uber:

Das Unternehmenskonzept entstand auf einer Art Bierdeckel, wie der CEo verlauten lässt. Er und sein Compagnon saßen in einem Café in Paris. Taxis seien dort schwer zu bekommen gewesen, wie immer. Was die beiden sich wünschen: Ein Taxi bestellen per Knopfdruck. Bequem, schnell, kein Warten, keine mühsame Kummunikation, um das Auto zu bestellen.

So wurde wenig später in San Francisco Uber gegründet – Juni 2010.

Kalanicks Auftritt bei DLD15 zeigte die bewährte Regeln der digitalen Ökonomie: Wenn es digitalisierbar ist, wird es digitalisiert. Außenseiter, eigentlich Amateure aus der Sicht der betroffenen, angegriffenen Branchen, können ein etabliertes Geschäft unter erheblichen Erneuerungsdruck setzen.

Die Annalen der Taxi-Branche werden dereinst in zwei Phasen eingeteilt: die Zeit, bis Uber kam. Und die Zeit, seit es Uber gibt.

Taxis werden nicht verschwinden. Aber für die Kunden ist das Auftauchen des Angreifers eine gute Nachricht. Es gibt mehr Wahlfreiheit und mehr Angebot. Uber wll dieses Jahr allein in Europa einige 100.000 Arbeitsplätze schaffen.

Tags: #dld15, Digital Life Design, DLD Conference

DLD15 | “It is only the Beginning” | Aufbruch, die großen, digitalen Veränderungen kommen erst noch

18. Januar 2015

von Axel Gloger

“It is only the beginning”, es ist erst der Anfang. So das Motto der diesjährigen DLD-Conference. Drei Tage in München. Alles, was wir in der digitalen Welt bislang gesehen haben, sei nicht mehr als ein Vorspiel gewesen, so Steffi Czerny von Burda, Organisatorin der Konferenz. Die Revolution startet jetzt, die großen Veränderungen kommen also erst noch.

Digitalisierung ist schon wie Strom. Gehört zu unserem Leben. Das Internet hat auch seine letzte Ecke erreicht – und wird seine prägende Kraft entfalten.

Für Unternehmer bedeutet das: Phansen der Komfortzone werden weniger. Wir müssen das Neue umarmen, bevor wir vollständig vereinnahmt werden. Chancen sind größer als die Risiken für die, die agil bleiben. Das heißt: Phasen rascher Veränderungen meistern, ihre positive Energie nutzen. Künftig öfter im “war mode” als im “peace mode”, wie Venture Kapitalist Ben Horowitz uns bei der Konferenz wissen ließ.

Timotheus Höttges, CEO der Telekom, ging bei der DLD-Konferenz direkt in den “war mode”, er zeigte sich angriffslustig gegenüber dem derzeitigen Status der Regulierung.

Die Telekom sei anders als Google, Amazon und Facebook, weil nur ihr Geschäft der Regulierung unterworfen sei: Pflichtangebote, keine Big-Data-Nutzung durch Toll Collect (“Wir müssen die Daten ungenutzt wegwerfen, weil des Datenschutzgesetze gibt”), Investitionen in Infrastruktur.

“Wenn ich könnte, würde ich Kommunikation verschenken”, sagte der Telekom-CEO mit Blick auf die Digitalgiganten aus den USA, die genau das tun. Sie verschenken Kommunikation, lassen die Nutzer mit ihren Daten bezahlen, mit denen Google, Amazon, Facebook, Whatsapp Milliardengeschäfte aufsetzen.

Höttges baute eine delikaten Gegensatz auf:

Hier die regulierte Telekom, dort die unregulierten US Internet Giganten.

Subtext: Die sollen sich der Regulierung unterwerfen, die auch für die Telekom gilt. Ed Vaizey, Minister für Digitales der britischen Regierung, opponiert: Wenn die US-Anbieter nicht reguliert sind, der deutsche Heimspieler aber reguliert, dann müsse auch dieser reguliert werden.

Die Politik ist offenbar gefordert. Aber die Botschaften der Unternehmer wollen nicht recht ankommen.

Ilse Aigner, jetzt Wirtschaftsministerin Bayern, wirkte genauso spröde und uninspiriert wie ihre Kollegin, die Digitalministerin im Kabinett der franzöischen Regierung, Axelle Lemaire. “Dieses Internet ist Neuland”, mal wieder. Die Unternehmer hingegen sind dort schon längst angekommen, wie die DLD15-Konferenz nachwies.’

Tags: #dld15, Digital Divide, DLD Conference

Q14 | Experience Learning | MCC und Prof. Löbler weisen den Weg zu mehr Produktivität

15. Dezember 2014

von Axel Gloger

Lernen ist machen, tun, erfahren. Unsere Kinder wissen das. Sie lernen in den ersten Jahren nie anders.

Der Kindergarten ist ein großes Ausprobierlabor. Hier steht niemand an einem Rednerpult und erklärt, wie die Welt funktioniert. Die Kinder bringen es sich – unter Anleitung – selber bei. Das ist die natürlichste, wirksamste Form des Lernens.

Da gibt es dieses tolle Buch, das uns genau auf das aufmerksam macht:

“All I Really Need to Know I Learned in Kindergarten” von Robert Fulghum enthält diese gesamte Weisheit, vor zehn Jahren erschienen, die Botschaft braucht nur 240 Seiten. Helge Löbler, Professor an der Universität Leipzig (Marketing) entdeckte das Buch für uns.

Ja. Lernen: Das ist nicht nur hören, lesen, erinnern, sondern eben die Erfahrung, das Umsetzen. Warum sich also mit den klassischen Vortrags-Situationen zufrieden geben, wenn auch mehr geht?

Ein neues Format ist das nicht. Neu ist aber, dass es jetzt nicht nur für Kinder-Lernen, sondern auch für Erwachsene genutzt wird.

“Lernen erlebbar machen”, so nennt Monika Schmidt von McKinsey das. Sie hat damit ihre eigene Erfahrung, sie arbeitet mit an der noch neuen Transformationsmaschine: Das McKinsey Capability Center (MCC) ist eine Flotte von Übungsfirmen, angesiedelt in kurzer Taxi-Entfernung vom Flughafen MUC.

Hier geht es direkt zu Sache – eben keine Trainer-Vorträge, sondern echte Anwendungs-Situationen. “Wenn wir action based etwas tun, ist es besser verankert”, sagt Beraterin Schmidt dazu. Im MCC lernen die Berufstätigen (Mitarbeiter von Kundenunternehmen des Beratungshauses) nicht über die Anwendung, sondern durch die Anwendung.

Themen wie Einkauf, Marketing, Supply Chain Management oder Service werden in Echt-Situationen nachgebildet, die Lernenden probieren direkt aus, was geht und was nicht.

Würden wir uns nicht alle wünschen, so zu lernen?

Professor Löbler hat genau diesen Gedanken an seiner Universität umgesetzt. Statt der Marketing-Vorlesung gibt es dort ein Marketing-Projekt. Die Lernenden gehen, genau wie am MCC, direkt in die Praxis, wie er beim Quartera-Kongress in Berlin erläuterte.

Anwendung = Anschauung = Umsetzung = Lernen!

“Der Lehrer ist der Assistent der Lernenden”, sagt Löbler dazu, das Unterrichten sei das Unterstützen des Lernens, nicht die textliche Übertragung von Wissen durch Vortrag.

Er macht das konsequent, schaffte seine Vorlesung ab – und erklärte das neue Modell, Lernen durch Erfahrung, formidabel und überzeugend für die Teilnehmer des Quartera-Kongresses.

Die ergänzende Botschaft lieferte Monika Schmidt. “Zwei Drittel der Transformationsprojekte scheitern”, berichtete sie den Q14-Teilnehmern. Warum? Einer der Gründe dafür: Die Leute sehen die Veränderung zwar ein. Aber sie müssen auch lernen, mit den neuen Fähigkeiten umzugehen, Wirkung zu erzeugen.

Da erscheint die verlängerte Wertkette nur folgerichtig: Beratung plus Lernen, so lautet das neue Konzept, das McKinsey mit seinem Capability Center anbietet.

Das ist inzwischen fest im Angebotsportfolio verankert. 18 Standorte für Lernen gibt es mittlerweile auf der McKinsey-Weltkarte – damit hat, kaum bemerkt außerhalb der Fachöffentlichkeit, eine Erweiterung des Beratungsbegriffs stattgefunden: “Kunde, wir führen Deinen Mitarbeitern auch die Hand bei der Umsetzung der Beratungsempfehlungen.”

Das sollte jeder Universität, die quartäre Bildung anbietet, aber auch jedem Trainingsanbieter zu denken geben.

Chicago, Atlanta, Amsterdam, Lyon, Darmstadt, München, Venedig, Singapur, Peking, Taipei, Silicon Valley etc. – an jedem dieser Orte steckt bei McK ein rotes Fähnchen auf der Weltkarte, all das sind die Lernorte.

Q14 | Quartera-Agenda | Was jetzt zu tun ist | Save the Date für Q15

27. November 2014

von Axel Gloger

Am Ende des Kongresses fragte ich als Moderator und Chairman des Anlasses noch einmal ein paar Teilnehmer ab.

Spontanes Cold-Calling von der Bühne, eine echte Co-Kreation. Wir wurden reich gesegnet mit positiven Rückmeldungen. Das freut, in Quartera steckt viel Herzblut von allen, die mitgestaltet haben.

Die Fortsetzung ist schon angedacht: Q15 wird am 26./27. November 2015 sein, notieren Sie sich schon den Termin für den nächsten Quartera-Kongress.

Eine Besonderheit dürfen wir beibehalten – den tollen Ort.

Die Deutsche Bank stellt uns dankenwerter Weise wieder ihre Räumlichkeiten Unter den Linden in Berlin zur Verfügung, die Hauptstadtrepräsentanz des Hauses. Dank an Beate Hofmann, Mitglied der Geschäftsleitung, Deutsche Bank Berlin und die HR-Verantwortliche Daniela Wende.

Wollen wir nicht alle an einem Ort zusammen kommen, der uns bietet: Tageslicht, ästhetisch hochwertige Umgebung, viel Freiraum über dem Kopf für gute Gedanken, ein einmaliges Ambietente, keine auf Platzersparnis optimierten Tische und Stühle?

Das Gegenteil von dieser Dorint-Maritim-Konferenzraumkultur eben.

Die anderthalb Tage des Quartera-Kongresses verkörperten wieder einmal Aufbruch, Zukunft, Umbruch – das Signal an Hochschulen und Wissensgestalter in Unternehmen, dass Quartera der Ort ist, an dem die Zukunft der Schnittstelle Hochschule-Unternehmen geschaffen wird.

Aus den anderthalb Tagen ergab sich diese Quartera-Agenda, die ich den Teilnehmern als Kurz-Briefing mit auf den Weg zurück an ihren Wirkungsort gab:

  • Setzen Sie die Expedition fort. Der Umbruch fordert den pionierhaften Aufbruch. Wir werden Neues entdecken, in unwegsames Gelände geraten, scheitern, Irrwege gehen, uns anstrengen und mehr als einmal die Ärmel hockrempeln müssen, auf dem Weg Dingen begegnen, die uns schräg, nerdy und prima vista gehtnichtmäßig erscheinen. Das alles ist aber das Indiz dafür, dass wir richtig unterwegs sind.
  • Verschieben Sie die Grenze. “Unternehmen brauchen die Außen-Sicht”, wie es Daimler-Personavorstand Wilfried Porth auf meine Frage hin fomulierte. Weniger Make und mehr Buy in der firmeneigenen PE tut jedem Unternehmen gut. Die Aufteilung ist nicht festgeschrieben, es ist Aufgabe der Stakeholder, sie in diese Richtung zu verschieben.
  • Denken Sie, wie Google es tut. 10x-Denkweise geht so: Nicht: “Wie können wir nächstes Jahr 4% besser, 5% größer werden?”, sondern: “Was müssen wir heute tun, wenn wir in Zukunft 10x größer, 10x besser werden wollen?”.
  • Digitalisieren Sie es – intelligent! (Siehe Digital Concert Hall, auch eines meiner Themen auf dem Quartera Kongress). Sonst macht es ein anderer Spieler am Markt. Alles, was digitalisierbar ist, wird auch digitalisiert. Wie es geht? Das ist pionierhaft, dafür gibt es kein Vorgehen nach Handbuch. Probieren, Testen! Wichtig: Digitalisierung ist nicht alles. Das klassische Symposion stirbt keineswegs. Aber ohne Digitalisierung ist alles nichts.
  • Machen Sie ein internes Projekt: Was können wir von der Benchmark lernen, die uns die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker liefert?

Dann habe ich noch diese Punkte: Revolution der Arbeitsformate. Scientific Community. Lernen erlebbar machen. Dazu zu gegebener Zeit mehr.